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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2016

 

Titel Apelles an der Kunstakademie
Studien zur Bedeutung des antiken "Malerfürsten"' für die akademische Kunst und Kunsttheorie vom 16. - 19. Jahrhundert
Autor Magdalena Eickelkamp
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit wird die facettenreiche Rolle untersucht und nachgewiesen, die Apelles von Kolophon (4. Jh. v. Chr.) in der neuzeitlichen Kunsttheorie und insbesondere an ausgewählten, repräsentativen Kunstakademien des Ancien Régime zukam. Gegründet mit der Motivation, eine von Zunftzwängen befreite, fürstlichem Schutz unterstellte, sozial angesehene Künstlerelite kunsttheoretisch zu schulen und junge Künstler profund auszubilden, fanden die Kunstakademien in dem von Plinius und Lukian zum bedeutendsten Maler der klassischen Antike erhobenen und von der Neuzeit zum idealen Maler stilisierten Apelles ein perfektes Vorbild: Erstens hatte sich dieser der Wertschätzung und Gönnerschaft des mächtigen Alexander d. Gr. erfreut und sogar dessen Geliebte, Campaspe, erhalten und zweitens eignete er sich als Projektionsfläche für jegliches Kunstideal, da seine als unübertreffbar behauptete Kunstfertigkeit Grazie sich in Ermangelung überlieferter Kunstwerke nicht prüfen bzw. widerlegen ließ.
Unter vier Hauptaspekten, welche die einzelnen Kapitel der Arbeit bilden, wird die reiche Rezeptionsgeschichte von Apelles im akademischen Kontext untersucht: 1. Anhand der Hauptschriften von Vasari, Van Mander, Junius und Sandrart als enorm einflussreichen Exponenten akademischer Kunsttheorie wird herausgearbeitet, in welch hohem Maß die Vorstellung von Apelles als perfektem Künstlervorbild und Vergleichsmaßstab die akademisch geprägte Kunstlehre und Rhetorik durchdrang. Ferner wird ein systematischer ikonographischer Überblick über die verschiedenen, ins Bild gesetzten Apelles-Sujets und Apelles-Anspielungen gegeben, darunter ein Gesamtüberblick über die Schusteranekdote ne sutor ultra crepidam sowie über Apelles‘ Motto nulla dies sine linea . 2. Die Relevanz des Alexander-Apelles-Topos als Modell für die ideale Beziehung zwischen fürstlichem Schutzherren und akademischen Künstlern wird am Beispiel der Pariser Académie Royale de Peinture et Sculpture untersucht und in den Kontext von Repräsentationsstrategien von Fürsten, Künstlern und Akademien eingeordnet. 3. Ein dritter Schwerpunkt widmet sich der Präsenz von Apelles-Sujets innerhalb typischer praktischer Akademieaufgaben wie Wettbewerbsthemen, Rezeptionsstücken, Ausstellungsexponaten oder Dekorationsprojekten für die Akademieräumlichkeiten anhand ausgewählter Fallbeispiele. 4. Schließlich wird Apelles' Funktion als Personifikation der Malerei und seine als spezifisch akademisch anzusehende Pendant-Verbindung mit Pygmalion als Personifikation der Skulptur herausgearbeitet.
Aus dem umfangreich gesammelten Bildmaterial, den Schriftquellen und der kritischen Aufarbeitung des Forschungsstandes lassen sich erweiterte und neue Erkenntnisse über Aufgaben, Stellung und Selbstverständnis der akademischen Künstler vom späten 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert gewinnen.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 29.11.2016