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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2016

 

Titel Multimodales Assessment und Beschwerdenvalidierung mittels MMPI-2, MMPI-2-RF und BHI-2
Analyse einer Stichprobe deutscher Patienten mit chronischen Schmerzen
Autor Wolfgang Richter
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Zentraler Untersuchungsaspekt dieser Dissertation ist die Beurteilung der Authentizität von Beschwerden bei der Begutachtung der Erwerbsfähigkeit und anderer gutachterlicher Fragestellungen der Leistungsbeurteilung sowie deren mögliche Beeinflussung durch negative oder auch positive Antwortverzerrungen (durch Verdeutlichung, Aggravation oder Simulation). Zu diesem Zweck wurden 400 chronische Schmerzpatienten zu Beginn einer zweiwöchigen, stationären verhaltensmedizinischen Komplexbehandlung hinsichtlich der Angabe von Symptom-Überhöhungen untersucht, wie sie bei sozialmedizinischen Konfliktkonstellationen häufig vorkommen. Untersucht wurde die Nützlichkeit von zwei im deutschen Sprachraum neuen Diagnostika (MMPI-2-RF, BHI-2) zur Aufdeckung der sog. Malingered Pain-Related Disability (MPRD). Etablierte MMPI-2-Validitätsskalen wurden mit ihren Äquivalenz-Skalen der kürzeren Revisionsform MMPI-2-RF verglichen sowie mit Skalen der deutschen Battery of Health Improvement (BHI-2).
Dem multimodalen Ansatz von Bianchini et al. (2005) folgend wurden die Patienten vor der Behandlung mit sechs externen Beschwerden-Validierungsverfahren (BV) zum Assessment behavioral-somatischer, psychopathologischer und kognitiver Symptome vier Gruppen zugeordnet: (1.) Patienten mit authentischen Beschwerdeschilderungen, (2.) Patienten mit externalen Motiven für Overreporting ohne BV-Auffälligkeiten, (3.) Patienten mit externen Aggravationsmotiven und möglicher sowie (4.) sicherer Aggravation.
Multivariate Varianz- und ROC-/AUC-Analysen belegten eine signifikante, vergleichbare Diskriminanzgüte aller Validitätsskalen des MMPI-2-RF mit dem MMPI-2 (mit Ausnahme der L-r-Skala), wie auch beider BHI-2-Validitätsskalen, aber auch diverser weiterer BHI-2-Basisskalen. Trennschärfste Prädiktoren des MMPI-2/-RF waren die Seltene-Symptome-Skala F-r, die Response-Bias-Skala (RBS-r) sowie der integrative Meyers Validity Index. Zusätzlich konnte mittels acht, für den MMPI-2-RF adaptierter Validitätsskalen eine Identifikation von Probanden mit sicherer und möglicher Antwortverzerrung dokumentiert werden. Ein empirisch entwickelter, gewichteter Index der sechs trennschärfsten MMPI-2-RF-Validitätsskalen (Revised Overreporting Index ROI) zeigte eine exzellente Diskriminanz (Sensitivität 96 %, Spezifität 90 %, Cohen’s d = 3,39 bzw. 1,21), die nur von dem die Standard-Validitätsskalen integrierendem MI-r-Index erreicht wurde. Patienten mit negativen Antwortverzerrungen zeigten zudem nach der Therapie ein signifikant geringeres Therapie-Outcome.
MMPI-2-RF und BHI-2 stellen somit trennscharfe und valide Diagnostika zur Identifizierung nicht-authentischer Beschwerden-Darstellungen bereit, die insbesondere bei der Begutachtung schmerzassoziierter Beschwerden eingesetzt werden können.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 07.11.2016