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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2015

 

Titel Eine retrospektive Kohortenstudie zur Leberfibrose und -zirrhose bei HIV-infizierten Patienten in Bonn
Prävalenz, Ätiologie und klinischer Verlauf
Autor Kristina Lust geb. Waldfried
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Durch die in den letzten Jahren nach Einführung der cART deutlich angestiegene Lebenserwartung HIV-infizierter Patienten haben leberassoziierte Morbidität und Mortalität einen zunehmend höheren Stellenwert in dieser Patientengruppe erlangt. Ziel dieser Kohortenstudie war es, anhand von 333 Patienten aus der Bonner HIV-Ambulanz mittels Transienter Elastographie das Vorhandensein einer signifikanten Fibrose und Zirrhose zu untersuchen, sowie die zugrundeliegenden Ursachen einer Lebererkrankung zu erfassen. Hierbei sollte die Transiente Elastographie als nicht-invasive Methode der Leberdiagnostik erprobt und evaluiert werden.
Hauptursache für die Entwicklung einer signifikanten Fibrose war in dieser Studie, wie auch bereits in vielen anderen Studien beschrieben, das Vorliegen einer HIV/HCV-Koinfektion. Für die Gruppe von Patienten mit HIV/HBV-Koinfektion konnte nur eine geringe, nicht signifikant erhöhte Prävalenz für Leberfibrose festgestellt werden, was die gute Therapierbarkeit der HBV-Infektion bei HIV/HBV-Koinfektion widergibt. Bei knapp einem Drittel der HIV-monoinfizierten Patienten konnte keine Ursache für die Fibrose außer HIV selbst oder cART gefunden werden. Bei 11 dieser 26 Patienten wurde die langzeitige Einnahme von AZT, DDI oder D4T, die als besonders lebertoxisch gelten, als gemeinsamer Risikofaktor erhoben.
Bei drei Patienten der vorliegenden Studie wurde eine NCPH diagnostiziert. Gemeinsamer Risikofaktor dieser drei Patienten war die langjährige Einnahme von DDI. Die führenden klinischen Manifestationen der NCPH waren Ösophagusvarizen, Aszites und Splenomegalie. Die Leberwerte und das Auftreten der genannten klinischen Manifestationen waren bei den Patienten mit Fibrose oder Zirrhose signifikant erhöht im Vergleich zu den Patienten ohne signifikante Fibrose oder Zirrhose.
Die in dieser Studie zur Diagnostik der Leberfibrose verwendete Transiente Elastographie ist eine einfach durchzuführende Methode zur Beurteilung der Lebersteifigkeit, die sich für das Fibrosescreening bei Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren eignet. Auch wenn die Leberbiopsie vorerst Goldstandard in der Diagnostik der Leberzirrhose bleiben wird, kann durch nicht-invasive Verfahren die Anzahl der notwendigen Leberbiopsien gesenkt werden.
In der vorliegenden Studie wurde ein Cut-off-Wert von 7,1 kPa für signifikante Fibrose und ein Cut-off-Wert von 12,5 kPa für Zirrhose festgelegt. Da dieser Wert analog einer Studie an HIV/HCV-koinfizierten Patienten gewählt wurde, besteht die Gefahr, dass das Vorliegen einer Fibrose bei HIV-monoinfizierten Patienten bei Anwendung dieses Cut-off-Wertes unterschätzt wird. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, auch bei asymptomatischen HIV-monoinfizierten Patienten, deren Fibroscanwerte leicht unter dem Cut-off-Wert von 7,1 kPa liegen, regelmäßige Kontrollen der Lebersteifigkeit anzubieten, um eine stumm verlaufende Progression der Leberfibrose zu verhindern.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 24.11.2015