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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2015

 

Titel Prospektive Untersuchungen zur kognitiven Funktion nach transvaskulärer Aortenklappenimplantation – Untersuchungen zur technischen Durchführbarkeit und Sicherheit eines intravaskulären Filtersystems zur zerebralen Embolieprotektion
Autor Marieke Vogel
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Durch die demographisch bedingt zunehmende Anzahl der Patienten mit Aortenklappenstenose nimmt auch die Therapie der AKS mittels transvaskulärer Aortenklappenimplantation zu. Der steigende Einsatz der TAVI resultiert durch das hohe Alter der Patienten, die häufige Multimorbidität und das dadurch erhöhte Operationsrisiko. Das lässt die TAVI an erste Stelle der Therapieoptionen treten. Danach folgen der konventionelle Aortenklappenersatz und die konservativ-medikamentöse Therapie. Durch das hohe Embolie- und Hirninfarktrisiko während und nach TAVI sind seit kurzem Embolieprotektionssysteme verfügbar, um dieses Risiko zu minimieren.
In der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, dass der peri-prozedurale Einsatz des Claret CE ProTM-Systems technisch gut durchführbar und sicher in der Anwendung ist. Komplikationen wie z.B. eine Aneurysmabildung an der Punktionsstelle können durch den Einsatz kleinerlumiger Systeme und Punktion einer Arterie mit geringerem Risiko (z.B. A. radialis) minimiert werden.
Ein weiteres Ziel der Studie war es zu prüfen, in wieweit die zerebralen Embolien in Zusammenhang mit fokal-neurologischen Defiziten bzw. Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit stehen und ob der Einsatz eines Protektionssystems dahingehend durch Reduzierung der zerebralen Embolien einen Nutzen zeigt. Fokal-neurologische Defizite konnten in der vorliegenden Studie bei 12% der Patienten nachgewiesen werden. Zwar waren alle Patienten aus der „geschützten“ Gruppe, die Läsionen waren jedoch in Bereichen nachweisbar, die nicht von einem Protektionssystem erfasst werden.
Kognitive Einschränkungen zeigten sich erfreulicherweise nur bei einer Minderheit der TAVI-Patienten (16%). Interessanterweise zeigte sich bei 86% der Patienten kein Korrelat in der zerebralen Bildgebung. Somit besteht kein deutlicher Zusammenhang zwischen zerebralen Embolien und folgender Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Hier müssen andere Risikofaktoren wie z.B. das Auftreten bedrohlicher Nachblutungen (TIMI mahor) in Betracht gezogen werden.
Eine Verminderung der zerebralen Embolien durch das Protektionssystem konnte mit einer Rate von 42% gezeigt werden, nicht jedoch das vollständige Verhindern dieser. Dies lässt sich u.a. mit dem komplizierenden Potential der Filterplatzierung begründen. Es konnte jedoch nachgewiesen werden, dass der Einsatz des Filters das Läsions-volumen reduzieren kann und damit einen Risikofaktor für die Entstehung klinischer Infarkte minimiert.
Direkte randomisierte Vergleiche mit dem konventionellen Aortenklappenersatz sowie Langzeitdaten stehen noch aus und scheinen daher im Hinblick auf die mögliche Ausweitung der Indikationsstellung hin zu einem jüngeren Patientenkollektiv von besonderem Interesse.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 26.11.2015