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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2015

 

Titel Prognostische Stratifizierung metastasierter gastroenteropankreatischer neuroendokriner Neoplasien mittels 18F-FDG-PET/CT
Möglichkeit eines metabolischen Gradings
Autor Linda Adler
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Einleitung: Ziel der Arbeit war es, die prognostische Vorhersagekraft der non-invasiven Ganzkörper-Bildgebung mittels Fluorodesoxyglukose-Positronenemissionstomografie (18F-FDG PET) für gastroenteropankreatische neuroendokrine Neoplasien (GEP-NEN) als inoperable multifokal metastasierte Erkrankung zu eruieren und mit gut etablierten Markern, wie dem Tumor Proliferationsindex Ki-67 zu vergleichen.
Methode: In diese retrospektive Bicenter-Studie wurden 89 Patienten mit histologisch gesicherter, inoperabel metastasierter GEP-NEN eingeschlossen, bei denen in ihrem Stagings ein 18F-FDG PET/CT durchgeführt worden war. Den Patienten wurde ein radioaktiv markierter Zucker (FDG) injiziert, der sich analog des natürlichen Pendants Glukose im Körper verteilt und abhängig von der metabolischen Aktivität in Metastasen anreichert. Basierend auf der Annahme, dass mit steigender Malignität Tumorläsionen, aufgrund des höheren Zellumsatzes und konsekutiv höheren Glukoseumsatzes, eine zunehmende Tracer-Aufnahme zeigen, wurde anhand der im PET gemessenen FDG-Aktivität eine Einteilung in drei Risiko-Kategorien vorgenommen, hier als metabolisches Grading (mG1, mG2 und mG3 bzw. Tumor/Leber Ratio von SUVmax = 1, > 1 – 2,3 oder > 2,3) bezeichnet. Andere Variablen, die das Gesamtüberleben potenziell beeinflussen können, wie Alter, Karnofsky-Index, Tumorursprung, Tumorlast, Chromogranin A und Neuronen-spezifische Enolase im Plasma und das klassische Ki-67-basierte Grading, wurden univariat (log-rank Test) und multivariat (Cox-Regression/ proportionale Risikoanalyse) mit einem zweiseitigen p-Wert von < 0,05 auf Signifikanz getestet.
Ergebnisse: Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 38 Monate (95 % Konfidenzintervall [KI], 27- 49). Das mediane Gesamtüberleben der Population (n = 89) betrug 29 Monate (95 % KI, 21-37). Das metabolische Grading der Tumorläsionen mittels 18F-FDG PET/CT identifizierte neun (10,2 %) Patienten mit mG1, 22 (25,0 %) mit mG2 und 57 (64,8 %) mit mG3 Tumoren. In der multivariaten Analyse bleiben schließlich nur der NSE-Plasmaspiegel = 25 µg/l (p = 0,016; Hazard Ratio 2,9; 95 % KI, 1,2 – 7,0) und die FDG-Aufnahme (p = 0,015; Hazard Ratio 4,7; 95% KI 1,2 – 7,0) als unabhängig das Gesamtüberleben beeinflussende Faktoren übrig, während alle anderen etablierten Prognosemarker unterlagen.
Fazit: Eine metabolische Kategorisierung wie die oben beschriebene, ist im Grading-System der NEN bisher nicht inbegriffen. Aufgrund der Studienergebnisse sollte die molekulare Ganzkörper-Bildgebung mittels 18F-FDG PET/CT zukünftig als non-invasive, effektive Grading-Methode sowie als Ergänzung zur konventionellen Ki-67 basierten Klassifikation in die Diagnostik und Therapieplanung mit einbezogen werden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 19.11.2015