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Landwirtschaftliche Fakultät - Jahrgang 2015

 

Titel Food price volatility: the role of stocks and trade
Autor Lukas Kornher
Publikationsform Dissertation
Abstract After a period of relatively low international food price volatility since the 1970s, prices spiked in 2007/2008 and 2011. These international price changes transmitted to domestic markets where they generate extra volatility. This volatility adversely impacts on welfare of consumers and producers, while price spikes are a major threat to national food security. This study examines drivers of grain price instability in developing countries and discusses the role of stocks and trade to stabilize prices and consumption levels.
Multiple determinants of food price volatility are identified in this work using a panel of more than 70 developing countries. The econometric approach chosen accounts for volatility clusters and potential endogeneity of explanatory variables. The estimation shows a large spill-over of international price volatility into domestic food markets, in particular for importing countries, with a short-run elasticity between 0.26 and 0.44. In relative terms, stocks and regional trade integration contribute most to price stabilization. In numbers, an increase in the stock-to-use ratio or the share of regional trade by one percentage point diminishes variability by 2.5 percent and 0.8 percent, respectively. Export restrictions, so called insulation policies, significantly reduce volatility for non-importers by about four percent when export quantities are 10 percentage points lower. In contrast, markets in countries that run extensive public price stabilization programs are not found to be associated with lower price instability.
In Ghana, food prices of locally produced staples exhibit strong seasonality, up to an intra-annual price spread of 60 percent, owed to limited storage. Primary data collected from wholesale traders reveals seasonal fluctuations in stock levels and suggests that traders hold a significant share of total stocks, especially towards the end of the marketing year. In addition to that, traders are found to have distinct storage strategies. Some traders only store to resell in bulk or carry working stocks to supply costumers, while a group of traders speculates for seasonal price increases.
Finally, based on a theoretical model to define stocking norms, costs and benefits from storage cooperation are assessed. The empirical application to West Africa reveals great potentials of cooperation emerging from the imperfect correlation of production quantities among these countries. Accordingly, regional stocks under cooperation in an emergency reserve can be up to 60 percent less than without cooperation. Limited intraregional trade reduces the need for stock releases significantly. Full trade integration would diminish regional consumption variability to 3.4 percent without storage, but is not effective in dampening severe supply shortfalls. Cooperation in a stabilization reserve has only limited impact on consumption stability, and thus storage cooperation should be restricted to an emergency reserve.
Zusammenfassung Nahrungsmittelpreisvolatilität: die Rolle von Lagerhaltung und Handel
Im Anschluss an eine Phase relativ geringer Volatilität internationaler Nahrungsmittelpreise seit den 1970er Jahren, kam es 2007/2008 und 2011 zu Preisspitzen. Diese internationalen Preisschwankungen übertrugen sich auf nationale Märkte auf denen sie zusätzliche Instabilität verursachen. Preisinstabilität beeinträchtigt die Wohlfahrt von Konsumenten und Produzenten und Preisspitzen stellen eine große Gefahr für die nationale Ernährungssicherheit dar. Diese Studie untersucht die Ursachen von Preisinstabilität in Getreidemärkten in Entwicklungsländern und diskutiert die Rolle von Lagerhaltung und Handel um Preise und das Konsumniveau zu stabilisieren.
Die vielfältigen Gründe von Preisinstabilität werden mit Hilfe eines Panels, das mehr als 70 Entwicklungsländer umfasst, identifiziert und voneinander abgegrenzt. Der gewählte ökonometrische Ansatz berücksichtigt Volatilitätshäufungen und eine mögliche Endogenität der erklärenden Variablen. Die Schätzung zeigt einen starken Übersprungseffekt ternationaler Preisvariabilität auf nationale Märkte in Entwicklungsländern, insbesondere für Nahrungsmittelimportländer, mit einer kurzfristigen Elastizität zwischen 0,26 und 0,44. Relativ gesehen tragen Lagerhaltung und Integration in regionalen Handel am stärksten zur Preisstabilisierung bei. In Zahlen bedeutet das: Ein Anstieg im Verhältnis Lagerbestände zu Verbrauch oder des Anteils an regionalem Handel von einem Prozentpunkt reduziert die Preisvolatilität kurzfristig um ca. 2,5 bzw. 0,8 Prozent. Exportrestriktionen von Nicht-Importländern, sogenannte Isolationspolitiken, reduzieren Preisvolatilität signifikant. Dagegen kann nicht festgestellt werden, dass Märkte in Ländern mit weitgehenden öffentlichen Preisstabilisierungsprogrammen weniger Instabilität aufweisen.
Preise im Inland produzierter Grundnahrungsmittel in Ghana sind von starken saisonalen Schwankungen, um bis zu 60 Prozent geprägt, die unzureichender Lagerhaltung geschuldet sind. Die Erhebung von Primärdaten unter Getreidegroßhändlern offenbart saisonale Muster und legt nahe, dass Händler einen signifikanten Anteil an der Gesamtlagermenge halten, besonders zum Ausgang des Agrarjahres. Zudem verfügen Händler über unterschiedliche Lagerhaltungsstrategien. Einige Händler lagern ausschließlich um in größeren Mengen iterverkaufen zu können oder um Lieferverpflichtungen nachzukommen, während eine Gruppe von Händlern auf einen saisonalen Anstieg der Preise spekuliert.
Zuletzt werden Kosten und Nutzen einer regionalen Lagerhaltungskooperation an Hand eines theoretischen Modells, das optimale Lagerhaltungsmengen festlegt, abgeschätzt. Die empirische Anwendung auf Westafrika zeigt ein großes Potential von Kooperation zu profitieren, das sich aus der unvollständigen Korrelation der Erntemengen der einzelnen Länder ergibt. Demzufolge könnten regionale Lagermengen im Kooperationsfall einer Notfallreserve um bis zu 60 Prozent geringer ausfallen. Geringer intra-regionaler Handel würde die Notwendigkeit der Ausgabe von Lagerbeständen signifikant reduzieren. Vollständige Marktintegration würde die Variation des regionalen Konsums ohne weitere Lagerhaltung auf 3,4 Prozent reduzieren, ist allerdings weniger effektiv um massive Angebotsengpässe auszugleichen. Kooperation bei einer Stabilisierungsreserve zusätzlich zu regionaler ndelsintegration hat nur wenig Einfluss auf die Stabilität des Konsums, deshalb sollte die Lagerhaltungskooperation auf eine Notfallreserve beschränkt werden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 14.10.2015