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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2015

 

Titel Struktur und Entwicklung der Versorgung psychiatrischer Patienten
Ein Vergleich zwischen Deutschland und Finnland
Autor Anna Louise Wichmann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit werden strukturelle Unterschiede sowie die Entwicklung der psychiatrischen Versorgungssysteme zwischen den Industrieländern Deutschland und Finnland mit Methoden der qualitativen Sozialforschung explorativ erforscht. Es werden Struktur und Aufbau der psychiatrischen Versorgungssysteme, die Finanzierungsmodelle, gesetzliche Rahmenbedingungen, Personalsituation und die Situation der Patienten in Deutschland und Finnland vergleichend untersucht. Weiterhin wird dargelegt, wie beide Länder mit ihren unterschiedlichen Ausgangs- und Rahmenbedingungen es im Zuge der Deinstitutionalisierung geschafft haben, ihr heutiges psychiatrisches Versorgungsnetz zu etablieren. Um weiterführende Informationen zu generieren und Meinungsbilder zu den genannten Themen zu erhalten, wurden zudem Experteninterviews in beiden Ländern durchgeführt. Aufbauend auf einer ausführlichen Literaturrecherche und Dokumentenanalyse ist ein Interviewleitfaden entworfen worden, welcher für insgesamt 35 Experteninterviews in Deutschland und Finnland genutzt wurde. Die Ergebnisse wurden einer Inhaltsanalyse unterzogen und kategorisierend zugeordnet.
Als wichtigste Ergebnisse dieser Arbeit sind herauszustellen:
- Identifikation signifikanter Unterschiede in der Organisation und Finanzierung der psychiatrischen Versorgung in Deutschland und Finnland
- Aufgezeigte Unterschiede resultieren zum großen Teil aus dem grundverschiedenen strukturellen Aufbau und der Finanzierung der Gesundheitssysteme beider Länder
- Systemunabhängige Differenzen zwischen beiden Ländern zeigen sich bspw. bei der (Erwachsenen-) psychotherapeutischen Ausbildung, welche in Deutschland nur von Ärzten und Psychologen absolviert werden kann, in Finnland hingegen auch von nicht-ärztlichen Berufen wie Pflegepersonal und Sozialarbeitern
- Der Prozess der Deinstitutionalisierung begann in Deutschland mit der Psychiatrie-Enquête 1975 gut zehn Jahre früher als in Finnland. In der Konsequenz begann und verlief der Entlassungsprozess der Patienten in Finnland sehr rapide. Einige Experten nennen die Entwicklung in Finnland den schnellsten Deinstitutionalisierungsprozess der Welt.
Abschließend werden Optimierungsmöglichkeiten bezüglich der Organisationsstruktur und Finanzierung psychiatrischer Versorgung sowie der Versorgungssicherstellung insbesondere in ländlichen Gebieten aufgezeigt.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 14.04.2015