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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2015

 

Titel Evaluation von Speichel-Drogenvortests im Rahmen der allgemeinen Verkehrskontrolle
Autor Eva Maria Friederike Große Hokamp
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Überprüfung von Schnellnachweisverfahren zum Drogenkonsum im Straßenverkehr. In einer 11-monatigen Testphase wurden 1.212 Fahrer in Nordrhein-Westfalen getestet. Zum Einsatz kamen hierbei drei Verfahren, die auf der Matrix Speichel basieren (Dräger DrugTest® 5000 (Draeger Safety AG&Co. KGaA, Lübeck), RapidSTAT® (Mavand Solution GmbH, Mössingen) und DrugWipe5/5+® (Securetec Detektions-Systeme AG, Brunnthal)). Zusätzlich kam in größerem Umfang das Urin-Schnelltest-Verfahren Drug-Screen® (NAL von Minden, Regensburg) zum Einsatz. Des Weiteren wurde bei einem Großteil dieser Probanden ein zusätzlicher Drogennachweis im Blut durchgeführt. Sowohl die Speichel-, als auch die Urintests wurden mit den Ergebnissen im Plasma verglichen. Auf diese Weise ließen sich Sensitivität, Spezifität, Genauigkeit, sowie die Positiven- bzw. Negativen prädiktiven Werte errechnen. In einer gesonderten Analyse wurden Daten aus ähnlichen Studien gesammelt und mit den Resultaten der vorliegenden Studie verglichen.
Folgende Sensitivitäten konnten für die Speicheltests ermittelt werden:
- THC 87,1 % (DrugTest® 5000), 91,0 % (RapidSTAT® ); 70,6 % (DrugWipe®),
- Opiate 95,5 % (DrugTest® 5000), 100 % (RapidSTAT®, DrugWipe®);
- Amphetamine 84,1 % (DrugTest® 5000), 90,2 % (RapidSTAT®), 100 % (DrugWipe®);
- Metamphetamine 50,0 % (DrugTest® 5000), 100 % (RapidSTAT®);
- Kokain 76,2 % (DrugTest® 5000), 100 % (RapidSTAT®, DrugWipe®) und
- Benzodiazepine 0-33 % ( mit einer sehr niedrigen positiv-Rate).
Besonders hervorzuheben sind die niedrigen Spezifitäten für THC (29 % (DrugWipe®) und 47 % (DrugTest® 5000)). Ähnlich niedrige Ergebnisse waren auch in der Literatur (DRUID, 2010) zu finden. Diese Werte lassen sich über die niedrigen Cut-off-Werte erklären.
Der Urin-Schnelltest der Firma Nal von Minden Drug-Screen® zeigte gute Sensitivitäten (THC 92,9 %, Opiate 94,1 %, Amphetamine 93,9 %, Metamphetamine 75,0 % (geringe Stichprobengröße!), Kokain 100 %). Die Spezifitäten waren jedoch weniger überzeu-gend (40,0 %, 85,7 %, 68,4 %, 76,9 %, 47,1 %).
Auch wenn Speichel ein sehr praktikables Nachweismedium in den allgemeinen Ver-kehrskontrollen ist, zeigt diese Matrix dennoch Schwächen in puncto Sensitivität für die Substanzen Metamphetamine und Benzodiazepine, sowie in der Spezifität für THC. Obwohl der Dräger DrugTest® für den Großteil der zu untersuchenden Substanzen die besten Ergebnisse lieferte, bleibt er dem Mavand RapidSTAT® in Bezug auf den am häufigsten konsumierten THC-Wirkstoff im Nachweis unterlegen. Somit verbleibt Speichel als Medium für Drogenvortests vielversprechend, allerdings sind noch Optimierungen bei einzelnen Wirkstoffen zu fordern. Erst hierdurch ergäbe sich eine gute Alternative zum bisher häufiger verwendeten Urintest.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 13.04.2015