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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2014

 

Titel Das „fremde“ Erbe
Grenzsicherungsanlagen der 1920er – 1940er Jahre als Gegenstand des Denkmalschutzes in Russland
Autor Dimitrij Davydov
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Nur wenige europäische Regionen können eine vergleichbare Dichte an baulichen Relikten wechselseitiger Territorialansprüche vorweisen wie die seit dem Mittelalter schwer umkämpfte Landschaft rund um St. Petersburg. Die Frage nach der öffentlichen Akzeptanz und dem Erhaltungsanspruch des „fremden“ Erbes stellt sich insbesondere für das frühere russisch-finnische Grenzgebiet, das durch mannigfaltige Spuren vergangener militärischer Konflikte geprägt ist, vor allem durch Befestigungsanlagen beiderseits der ehemaligen Staatsgrenze – eine in der öffentlichen Wahrnehmung besonders wenig präsente und deshalb in ihrem Bestand besonders bedrohte Gattung von historischen Zeugnissen. Zu den Ursachen für den voranschreitenden Untergang dieser Denkmallandschaft gehört auch die denkmaltheoretische Grauzone, in der die baulichen Zeugnisse dieses Territorialkonflikts zu verorten sind.
Die Arbeit geht generell der Genese des Denkmalschutzes in Russland, insbesondere der Entwicklung des Denkmalbegriffs sowie dem politischen Einfluss, der ideologischen Instrumentalisierung und dem Ringen um die Deutungshoheit in der Sphäre des kulturellen Erbes nach. Anhand von empirischen Erkenntnissen zu den Überresten von finnischen und sowjetischen Territorialfestungen auf der Karelischen Landenge wird in den Blick genommen, ob es sich bei diesen Kriegsrelikten überhaupt um kulturelles Erbe im Sinne der herkömmlichen Definitionen handeln kann und welche Erhaltungsmotivationen von welchen gesellschaftlichen Akteuren zu Gunsten dieser Objekte geltend gemacht werden. Die Erhaltungsperspektiven der Schlachtfeldlandschaft entlang der früheren sowjetisch-finnischen Grenze werden dabei im Lichte der aktuellen denkmaltheoretischen Ansätze beleuchtet.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 06.01.2015