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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2014

 

Titel Interindividuelle Unterschiede in der Stimmungsinduktion anhand geblockt dargebotener Bilder mit emotionaler Valenz
eine EKP-Studie
Autor Katharina Borch
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In zahlreichen Studien konnte bisher gezeigt werden, dass die Präsentation einzelner negativer, neutraler und positiver Bilder zu differentiellen Veränderungen der ereigniskorrelierten Potentiale (EKP) der Probanden führt (Olofsson, Nordin, Sequeira, & Polich, 2008). Diese Veränderungen gingen einher mit der subjektiven Valenz- und Aktivierungseinschätzung der Bilder durch die Probanden (z.B. Schupp et al., 2000). Allerdings basieren die bisherigen Befunde vor allem auf einer abwechselnden Präsentation unterschiedlicher Bildvalenzen (Hajcak & Nieuwenhuis, 2006). Da jedoch auf diese Weise der Emotionsverarbeitungsprozess immer wieder unterbrochen wird, können keine Aussagen über den Einfluss einer längerfristigen emotionalen Reaktion auf die EKP getroffen werden. In der vorliegenden Arbeit (N=60) wurde daher in einem ersten Schritt überprüft, ob die entweder positiven oder negativen Bilder in geblockter Darbietungsweise einen Einfluss auf das emotionale Erleben der Probanden im Sinne einer Stimmungsinduktion haben. Dazu wurde jeweils vor und nach Bildpräsentation die Stimmung der Probanden erfasst. Des Weiteren wurden entsprechende EKP-Veränderungen der Probanden erfasst und zu möglichen Stimmungsveränderungen in Beziehung gesetzt. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, welche Komponenten zwischen negativen, neutralen und positiven Bildern differenzieren. Darüber hinaus wurden Zusammenhänge der Stimmungs- und EKP-Veränderungen mit Persönlichkeitseigenschaften der Probanden untersucht. Vor dem Hintergrund bisheriger Forschungsergebnisse wurde hier ein negativer Zusammenhang zwischen der N2-Komponente des EKP und Werten auf der Behavioral-Inhibition-Skala der BIS-/BAS-Skalen (Strobel, Beauducel, Debener & Brocke, 2001) angenommen. Schließlich wurde im Rahmen einer methodischen Fragestellung überprüft, welchen Einfluss eine veränderte Referenzierung der EEG-Daten hat. Die Ergebnisse zeigen, dass die negativen Bilder zu einer signifikanten Stimmungsverschlechterung bei den Probanden führen. Die EKP-Auswertung ergab vor allem eine ausgeprägte N2- und eine P3-Komponente sowie insgesamt eine stärkere Negativierung in Reaktion auf die negativen Bilder. Schließlich konnten Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsvariablen (Neurotizismus, Behavioral Inhibition/Behavioral Activation System), dem Ausmaß der Stimmungsänderung sowie den EKP-Verläufen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zur N2 und P3 werden vor dem Hintergrund der erfolgten Stimmungsinduktion und möglicherweise damit einhergehenden weiteren kognitiven Prozessen wie Grübeln oder dem Einsatz von Emotionsbewältigungsstrategien diskutiert.
Abstract Many studies could show that the presentation of negative, neutral and positive pictures causes differential changes in the event related potentials (ERP) of participants (Olofsson, Nordin, Sequeira, & Polich, 2008). These changes go together with subjective valence and arousal ratings (z.B. Schupp et al., 2000). However, the previous findings are mainly based upon the alternating presentation of the three picture categories (Hajcak & Nieuwenhuis, 2006). As the processing of emotions is consistently interrupted, no conclusions about long-term emotional reactions and their influences on ERP can be drawn. The first purpose of the present study (N=60) was therefore to test if the blocked presentation of either positive or negative pictures has an influence on the emotional experience of the participants. Hence a mood rating was implemented before and after the presentation of the pictures. In addition ERP were measured and related to the observed mood changes. Furthermore, the question was addressed which components of the ERP differentiate between negative, neutral and positive pictures. Also relations between the observed moodand ERP-changes and different personality traits were examined. On the basis of previous studies a relation to the Behavioral-Inhibition-Scale of the BIS-/BAS-Scales (Strobel, Beauducel, Debener & Brocke, 2001) was assumed. Finally the methodological question was addressed if a change of the EEG-reference would influence the results differentially. The results show that the blocked presentation of negative pictures caused a significant increase of the negative affect. The analysis of the ERP mainly revealed a pronounced N2-component and a P3-component as well as an overall pronounced negativity in reaction to the negative pictures. Finally, correlations between different personality traits (Neuroticism, Behavioral Inhibition/Behavioral Activation System), the extent of mood change as well as the ERP-courses could be observed. The results of N2 and P3 are discussed in relation to the investigated mood induction and potentially applied emotion regulation strategies.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 19.11.2014