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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2014

 

Titel Nikotin und Alkohol
Effekte von chronischem Konsum und sechsmonatiger Abstinenz auf neuropsychologische und magnetresonanzspektroskopische Indikatoren der Hirnfunktion
Autor Anke Trautmann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Chronischer Alkoholkonsum kann zu deutlichen kognitiven Defiziten führen. Auch nach chronischem Nikotinkonsum wurden negative Effekte auf die kognitiven Funktionen nachgewiesen, diese sind jedoch deutlich subtiler. Viele Studien untersuchten schwerpunktmäßig entweder nur den Alkohol- oder den Nikotinkonsum und nur wenige Verlaufsstudien berücksichtigten die Interaktionseffekte zwischen beiden Drogen. Die Auswirkungen auf hirnmetabolische Indikatoren wurden meist nur für Alkohohl untersucht. Ob auch alleiniger Nikotinkonsum den Gehirnmetabolismus verändert, wurde bisher lediglich in zwei Studien problematisiert. Die vorliegende Arbeit will einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücken leisten. Gegenstand der Untersuchung waren die Auswirkungen sowohl chronischen Alkohol- als auch Nikotinkonsums auf kognitive Funktionen und den Hirnstoffwechsel. Darüber hinaus wurde geprüft, ob die eventuellen Defizite persistierend oder reversibel waren.
In der Baseline-Untersuchung (T0) wurden kognitive Defizite mittels sechs neuropsychologischer Tests ermittelt. Als Indikatoren für Veränderungen im Hirnstoffwechsel wurden N-Acetyl-Aspartat (NAA), Cholin und der Gesamtkreatingehalt mittels Magnetresonanzspektroskopie (MRS) in drei verschiedenen Hirnregionen gemessen. Der Test auf Reversibilität erfolgte durch eine erneute neuropsychologische Untersuchung derselben Probanden nach sechs Monaten der Abstinenz. Bei Rauchern waren zu T0 die Leistungen in den Bereichen selektive Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt und die verbalen Lern- und Gedächtnisleistungen vermindert. Bei den Trinkern waren die geteilte Aufmerksamkeit und Konzentration, die Gedächtnisleistung sowie Exekutivfunktionen eingeschränkt. Zudem wiesen sie eine verlangsamte Psychomotorik und eine Beeinträchtigung der Auge-Hand-Koordination auf. Nach sechs Monaten Abstinenz waren diese kognitiven Defizite in beiden Gruppen nicht mehr nachweisbar. Die MRS-Ergebnisse deuten auf eine Beeinträchtigung der Funktionalität des mitochondrischen Stoffwechsels sowie des Membranturnovers hin. In der Verlaufs-MRS nach einem halben Jahr der Abstinenz waren keine Beeinträchtigungen mehr nachweisbar.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 10.10.2014