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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2014

 

Titel Die geostrategische Bedeutung Afghanistans aus Sicht der USA
Kontinuität und Wandel von 1979-2008
Autor Julian Voje
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Afghanistan führte Eroberer selten zum Sieg, aber oft in den Ruin: Seit über zweitausend Jahren scheiterten Armeen am Hindukusch. Makedonien, Persien, Großbritannien, Russland – dies sind nur einige Nationen und Reiche, die vergeblich versuchten, sich Afghanistan untertan zu machen. Bedingt durch seine geografische Lage zwischen den östlichen Ausläufern des iranischen Plateaus und dem westlich angrenzenden Himalajagebirge wurde die Region ein „highway of conquest“. Ziel der Besatzer war dabei nie Afghanistan selbst. Der „Torbogen“ sollte sie zum indischen Subkontinent oder den warmen Gewässern des Arabischen Meeres und des Persischen Golfs führen.
Der 11. September 2001 rückte Afghanistan neuerlich in den Fokus des weltweiten medialen Interesses. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center geriet das Land als Rückzugsraum der Terrororganisation Al-Qaida in den Mittelpunkt US-amerikanischer Außenpolitik. Die Taliban weigerten sich, den Drahtzieher der Anschläge, Osama Bin Laden, auszuliefern. Als Antwort darauf rückte erneut eine Armee an den Hindukusch aus – diesmal kam sie aus den USA.
Die vorliegende Arbeit hat ein doppeltes Ziel: Erstens soll sie durch eine zeithistorisch gegliederte analytische Gesamtdarstellung die geostrategischen Bedeutung Afghanistans für die USA von 1979 bis 2008 nachzeichnen. Zweitens soll anhand dieser Analyse ein geostrategisches Paradoxon Afghanistans gelöst werden: Wie kann es sein, dass ein Land, das als „Torbogen“ von sich selbst aus keine Relevanz für äußere Mächte hatte (wie sich z.B. in den 1990er Jahren zeigte ), doch immer wieder in den Mittelpunkt der Weltgeschichte – und nach 1979 der US-Außenpolitik – rückte?
Dabei liegt der Arbeit die These zugrunde, dass Afghanistan erst wenn es durch eine veränderte Raum-Mächte-Konstellation geopolitisch aufgeladen wurde, eine geostrategische Relevanz für die USA erlangte. Geriet es nicht aufgrund äußerer Umstände, wie z.B. dem Einmarsch sowjetischer Truppe 1979, in den außenpolitischen Fokus Washingtons, blieb es eine „negative Einflusszone“. Das Land selbst bot historisch gesehen niemals einen (intrinsischen) geostrategischen Anreiz für eine äußere Macht, sich dort zu engagieren.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 12.06.2014