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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2014

 

Titel Fang Dongmei (1899–1977) und sein Religionsverständnis
Autor Rongfang Zhang
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Diese Dissertation befasst sich mit dem Philosophen Fang Dongmei und seinem Religionsverständnis. Er wurde in eine Umbruchszeit hineingeboren, die vom Zusammenstoßen der chinesischen und der abendländischen Kultur geprägt war. Angesichts der bitteren Niederlagen Chinas in den militärischen Konfrontationen hielten viele chinesische Intellektuelle die westliche Kultur für die fortschrittlichere und einzig zukunftsfähige. Sie befürworteten eine totale Verwestlichung und eine Verwerfung der chinesischen traditionellen Kultur. Es gab in dieser Zeit aber auch eine andere Gruppe Intellektueller, die vom Wert der traditionellen chinesischen Kultur überzeugt war und es weiterhin ist. Diese bemühte sich um die Wiederbelebung der chinesischen Tradition in der modernen Gesellschaft und eine Integration der abendländischen Philosophie in die chinesische. Fang Dongmei zählt zu diesen Intellektuellen und spielt eine wichtige Rolle bei diesem Prozess.
Die Fragen, die Fang Dongmei mit großer Aufmerksamkeit verfolgte, sind die Fragen nach dem Kosmos, dem Menschen und der Beziehung zwischen Himmel und Menschen. Um Fang Dongmeis Religionsverständnis aufzudecken, soll aber zunächst nach seiner Auffassung vom Kosmos und vom Menschen gefragt werden. Diese Arbeit folgt diesem Schema. In Fang Dongmei ist eine Gottesauffassung tief verwurzelt, die er mit einer typischen chinesischen Lehre, der „Himmel-Mensch-Einheit“, und dem Organismus des Huayan-Buddhismus umgestaltet. Seine Gottesauffassung besitzt einen unverkennbaren chinesischen Charakter. Er sieht in der Gottheit eine unerschöpfliche Kreativität und eine geistige Kraft voller Liebe. Er lehnt den personalen Gott ab.
In der Religion sucht man nach der Bedeutung und dem Ziel des Lebens und nach den fassbaren Wegen zu diesem Ziel. In diesem Sinne ist die Philosophie Fang Dongmeis auch eine Philosophie der Religion. Fang Dongmei ist davon überzeugt, dass Religion für das menschliche Leben unentbehrlich ist, da sie die menschliche Beziehung zu Gott und zur Umwelt koordiniert sowie das menschliche Leben sublimiert. Man spricht heute vom Zusammenbruch des Moralsystems in der chinesischen Gesellschaft. Immer mehr Menschen begeben sich auf die Suche. Kirchen und Tempel freuen sich über ansteigende Besucherzahlen. Unter den Intellektuellen wird in zunehmendem Maße über die Frage diskutiert, wie das harmonische und einheitliche Verhältnis zwischen Menschen und Natur und zwischen Mitmenschen wieder hergestellt werden soll. Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass die Philosophie Fang Dongmeis nach langer Vernachlässigung nun wieder entdeckt wurde. Seine Überzeugung, Religion kann eine gute Lösung für die kulturelle Krise Chinas sein, findet breite Zustimmung.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 25.02.2014