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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2013

 

Titel Paradisien an der Weichsel
Polnische Science Fiction 1945-1989 im Kontext der literarischen Utopie
Autor Antonina Dyjas
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die polnische Science Fiction Literatur bietet in vielen Fällen einen Bezugspunkt zum Genre der Utopie. Um dies für den Zeitrahmen 1945-1989 zu belegen, wurden zehn Romane von neun Autoren ausgewählt und in vier zeitlich-thematische Schwerpunktkreise unterteilt. Der erste Zirkel umschließt die Nachkriegszeit, die politische Neuordnung Polens und die damit verbundenen Hoffnungen und Zukunftsbilder. Interessant ist in diesem Bereich der Zäsur die Frage, welche neuen Tendenzen gesetzt, und welche aus der literaturhistorischen Vergangenheit fortgeführt werden. Als nächste folgt die Phase der kommunistischen Machtetablierung, des Wettlaufs der beiden Systeme und der damit aufkommenden Gefahr einer nuklearen Auseinandersetzung. Einerseits wird dabei auf den ideologisch ausgerichteten Strang, andererseits auf den der Warnutopie gesetzt.
Stanisław Lem dominiert unbestritten mit seinem Schaffen die Science Fiction ab den sechziger Jahren. Aus diesem Grund wurden von ihm zwei Werke in einem separaten, ausschließlich ihm gewidmeten Teil der Analyse platziert. Die Spezifika zweier Dystopien aus den Eckpunkten dieser Phase stehen dabei im Vordergrund. Schließlich folgen die Vertreter der „Neuen Welle“ der polnischen SF-Autoren. Der Spannungsbogen zwischen Lems Einfluss und der eigenen Impulse dieser Romane bildet den Abschluss dieser Untersuchung, welche einen bestimmten Entwicklungsweg der polnischen Science Fiction utopischen Charakters gezeichnet hat.
In der Anfangsphase haben die Romane einen starken appellativen Charakter. Die positiven Bilder der Zukunftswelten sind von Enthusiasmus sowie dem Glauben an Technik und Fortschritt geprägt. Die folgende Einreihung in die Riege der ideologisch geprägten Literatur zeigt die Instrumentalisierung des Genres. Als genannte Ausnahme sticht die Warnutopie Kajders in dieser Zeit hervor. Die Loslösung von der politischen Einbettung gelingt schließlich Lem, der durch die Vielfalt und Tiefgründigkeit seiner Dystopien dem Genre einen besonderen Platz in der Literatur und Forschung verleiht. Die daran anschließenden Pfade der folgenden Autoren lassen einen starken Drang zur Kritik und zur Veränderung der unmittelbaren Realität im kommunistischen Polen erkennen. Eine Dynamik der ästhetischen und wirkungspolitischen Diskussion innerhalb des Genres tritt in den Vordergrund und gestaltet eine spezifische Plattform oppositioneller Kraft.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 13.05.2013