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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2013

 

Titel Kapitularienrecht und Urkundenpraxis unter Kaiser Ludwig dem Frommen
(814–840)
Autor Britta Mischke
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die Studie untersucht den Umgang des frühmittelalterlichen Königtums mit den ihm zur Verfügung stehenden materiellen Ressourcen anhand eines Vergleichs zweier einschlägiger Quellengattungen der Karolingerzeit, der Kapitularien und Herrscherurkunden.
Den Untersuchungszeitraum bildet die Regierungszeit Kaiser Ludwigs des Frommen (814–840). Berücksichtigt wird zudem auch die Zeit der Herrschaft seines Vorgängers, Karls des Großen (768–814), um Kontinuitäten und Unterschiede herauszuarbeiten. Die Kapitularien werden vor allem als Ausdruck eines Reformprogramms betrachtet, mit dem die Großen des fränkischen Reiches zur Beteiligung an den Aufgaben des Herrschers verpflichtet werden sollten. Sie enthalten jedoch auch praktische Regelungen, die sich u. a. auf die fiskalische Ressourcensicherung und – verwaltung beziehen.
Diese normativen Vorgaben werden der gelebten Rechtspraxis gegenübergestellt, die in den zeitgenössischen Herrscherurkunden gespiegelt wird. In ihnen werden konkrete Fälle dokumentiert, in denen Königsgüter oder königliche Einnahmen verschenkt, verliehen oder zurückerstattet wurden. Aus dem Vergleich der Informationen aus beiden, sich komplementär ergänzenden Quellenarten läßt sich ein komplexeres Bild der karolingischen Rechtswirklichkeit gewinnen.
Die Untersuchung konzentriert sich exemplarisch auf drei Bereiche, die sowohl in den Kapitularien als auch in den Urkunden Ludwigs des Frommen eine Rolle spielen und daher gut vergleichbar sind: der Königsforst, die Zölle und Restitutionen aus Fiskalgut.
Insbesondere im Fall der Restitutionen kann eine erfolgreiche Umsetzung der Kapitularienbestimmungen in die Praxis beobachtet werden. Eine planvolle Fiskal- oder Wirtschaftspolitik läßt sich auf den untersuchten Themenfeldern hingegen nicht erkennen; vielmehr sind die Kapitularien Ausdruck einer besonders von Ludwig dem Frommen energisch verfolgten „Gerechtigkeitspolitik“.
Abstract Capitulary legislation and legal practice according to royal charters during the reign of emperor Louis the Pious (814-840)
The study provides an analysis of the question how the early medieval kingship made use of the material resources which built the fundaments of its reign. To this end, two relevant types of sources are compared: Carolingian capitularies and royal charters.
The investigation period is the reign of emperor Louis the Pious (814–840), while the times of his predecessor, Charlemagne, are considered respectively to point out continuity and differences.
The capitularies are mainly considered as royal instruments of a particular Carolingian programme of reform that intended to win over the Carolingian magnates for the political objectives of the king. Besides this, the capitularies also provide practical orders concerning the regulation and administration of the material resources of the fisc.
These normative statements are contrasted with the evidence of legal practice mirrored by the royal charters. The charters bear witness to concrete acts of donation, grant or restitution of fiscal goods and dues. A comparison of the two sorts of complementary sources can thus help to depict a more complex picture of Carolingian legal reality.
The study concentrates exemplarily on three fields that are well represented in both sources likewise: the king’s forest, customs duties and restitutions of fiscal goods.
Particularly in the field of the latter a successful practical implementation of regulations determined by the capitularies can be observed. However, a tactical fiscal or economic policy cannot be traced in the respective fields of investigation. In fact, the capitularies are first and foremost an expression of a kind of “policy of justice”, which was vigorously pursued by Louis the Pious in particular.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 02.04.2013