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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2013

 

Titel Skythisches Gold in griechischem Stil
Untersuchungen zur nordpontischen Toreutik am Beispiel der Waffen- und Gefäßbeigaben des Solocha-Kurgans
Autor Anja Wieland
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Edelmetallarbeiten, die aus skythischen Bestattungen des nördlichen Schwarzmeergebiets stammen. Ausgangspunkt für die Untersuchungen bilden die Funde aus dem Solocha-Kurgan, der in den Jahren 1912/13 von dem russischen Archäologen N.I. Veselovskij ausgegraben wurde.
Nach einem einleitenden Kapitel zur allgemeinen Forschungsgeschichte der sogenannten graeco-skythischen Toreutik wird im zweiten Kapitel der Solocha-Kurgan vorgestellt. Von den beiden Katakombengräbern, die Veselovskij öffnete, datiert die zentrale Bestattung in die Zeit um 400 v. Chr., das Seitengrab um 370 v. Chr. Aufgrund der Beraubung der zentralen Bestattung steht vor allem die reiche Beigabenausstattung der ungestörten seitlichen Katakombe im Vordergrund der Betrachtung.
In Einzeluntersuchungen werden die Edelmetallarbeiten – der berühmte Kamm, Gefäße und Prunkwaffen - zunächst im Kontext ihrer jeweiligen Gattung betrachtet. Hierfür werden die Stücke jeder Gattung vorgestellt und das jeweilige Objekt aus dem Solocha-Kurgan vor diesem Hintergrund diskutiert. Zur Veranschaulichung dienen tabellarische Zusammenstellungen von Gefäßausstattungen und Prunkwaffen in skythischen Bestattungen des 5. – 4. Jhs. v. Chr.
Die Gesamtbetrachtung zeigt, dass sich einige der Edelmetallfunde aus dem Solocha-Kurgan gut in die allgemeine Entwicklung der Edelmetallbeigaben in skythischen Bestattungen einfügen. Dazu gehören die importierten Silbergefäße, die mit Appliken versehenen Holzschalen sowie das Trinkhorn aus der seitlichen Katakombe. Auch der dort gefundene Prunkakinakes besitzt Vorgänger im skythischen Material.
Ein Novum hinsichtlich Form und Dekor stellen dagegen der berühmte Goldkamm, die kugeligen Silberflaschen, die Silberschalen mit den segmentförmigen Griffen sowie der großformatige Silberbeschlag des Goryts aus der Seitenbestattung dar. Obwohl sie teilweise an frühere Formen anknüpfen, stellen sie eigenständige Gestaltungen dar. Aufgrund figürlicher Darstellungen im Stil des sogenannten ethnographischen Realismus können einige Stücke enger zusammengeschlossen werden und sind wohl als Erzeugnisse einer einzelnen Auftragsarbeit zu deuten. Aufgrund der fehlenden Vorläufer ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Arbeiten von einem Skythen in Auftrag gegeben werden konnten. Die anfangs noch geringe Anzahl derartiger Objekte spricht darüber hinaus auch gegen eine Interpretation als Handelsware. Da analog zur Verbreitung der späteren Erzeugnisse graeco-skythischer Toreutik von einer Fertigung im Bosporanischen Reich - am ehesten in Pantikapaion - ausgegangen werden kann, scheint folgende Erklärung am plausibelsten: Die Prunkobjekte aus dem Solocha-Kurgan stellen „politische“ Geschenke dar, die der bosporanische Herrscher Leukon I. (389/88-349/48 v. Chr.) in Auftrag gab und an einen skythischen Verbündeten übermittelte. Dementsprechend wären die in den Darstellungen gegeneinander kämpfenden Skythen als Verbündete und Gegner des Bosporanischen Reiches zu erklären.
Als Grundlage für die Bearbeitung der einzelnen toreutischen Werke dient ein ausführlich kommentierter Katalog der Fundkomplexe, aus denen die Objekte stammen. Hierbei gibt der Bestattungszeitraum einen ersten Anhaltspunkt für die Datierung der Edelmetallarbeiten, weiter können aus ihrer Lage innerhalb der Bestattung und der Vergesellschaftung mit anderen Fundstücken Rückschlüsse auf ihre Funktion gezogen werden.
Daneben wurde für die einzelnen Gegenstände ein Objektkatalog getrennt nach Gattungen angelegt, in dem der Aufbewahrungsort sowie Maße, Datierung, Beschreibung und Literatur angegeben sind.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 15.1.2013