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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2012

 

Titel Verbesserung der Mund- und Zahnhygiene bei Bewohnern von Frankfurter Altenpflegeheimen durch Schulung der Pflegekräfte
Autor Grit Czarkowski geb. Kuhberg
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Einleitung: Zahlreiche Studien aus dem In- und Ausland weisen auf Defizite bei der Mund- und Zahngesundheit von Bewohnern in Altenpflegeheimen hin und machen aufmerksam auf einen großen Verbesserungsbedarf der Mund-, Zahn- und Prothesenhygiene. Als Hauptursache mangelnder Mund- und Zahngesundheit wird der geringe Stellenwert der oralen Pflegemaßnahmen beim Pflegepersonal angesehen bzw. deren Unterlassung durch die emotionale Barriere vor der Pflege der Mundhöhle an sich. Ein erfolgversprechender Ansatz, die Mund-, Zahn- und Prothesenhygiene zu verbessern, stellt die fachbezogene Aufklärung und intensive Schulung der Pflegekräfte dar. Die Auswirkungen und Veränderungen werden im Rahmen der vorliegenden Interventionsstudie untersucht.
Methode: Die Studie wurde von April 2010 bis Oktober 2010 in 20 Altenpflegeheimen in Frankfurt am Main durchgeführt. 313 freiwillig teilnehmende Bewohner wurden im April 2010 zahnmedizinisch voruntersucht. Anschließend erfolgte eine theoretische und praktische Unterweisung der Pflegekräfte durch von der Landeszahnärztekammer geschulte Zahnärzte. Als Leitfaden für die Schulungen diente die von der Landeszahnärztekammer herausgegebene CD „Mundpflege bei Senioren“. Im Oktober 2010 wurden dieselben Bewohner nachuntersucht. Die zahnmedizinische Untersuchung umfasste: Zahnbefund, Plaque Index (PLI), Sulcus- Blutungsindex (SBI), Community Periodontal Index of Treatment Needs (CPITN), Art des Zahnersatzes sowie dessen Funktionstüchtigkeit und Pflegezustand, ermittelt durch den Denture Hygiene Index (DHI).
Ergebnisse: An der Studie nahmen 313 Probanden (222 Frauen, 91 Männer) teil. Der Altersdurchschnitt betrug 80,4 Jahre, wobei der jüngste Teilnehmer 28 Jahre und die älteste Teilnehmerin 106 Jahre alt waren. Die Mehrzahl der untersuchten Bewohner gehörte der Pflegestufe 2 an. Die größte Gruppe (31,6 %) waren zahnlos, gefolgt von den Bewohnern mit mehr als 16 eigenen Zähnen (29,4 %). Mit zunehmendem Alter nahm die Zahl der Restzähne signifikant ab. Annähernd die Hälfte der Bewohner zeigte eine mäßige bis dicke Plaqueablagerung auf ihren Restzähnen und bei über 50 % wurde eine starke und generalisierte Entzündung des Parodontiums (SBI 50 – 100 %) festgestellt. Etwa zwei Drittel der Prothesen wiesen mittleren oder starken Prothesenbelag auf und die Zungenhygiene war unzureichend. Beim Vergleich der Vor- und Nachuntersuchungsergebnisse nach 6 Monaten zeigte sich eine deutliche Verbesserung des Plaque Index, wohingegen der Sulcus- Blutungsindex nicht wie erwartet sank. Bei der Gegenüberstellung der CPITN-Werte ergab sich kein signifikanter Unterschied. Die Prothesenhygiene hatte sich zwischen Vor- und Nachuntersuchung deutlich verbessert sowie auch die Sauberkeit der Zunge.
Diskussion: Die Studie belegte, dass die Mund-, Zahn- und Prothesenhygiene von Bewohnern in Altenpflegeheimen durch Schulung der Pflegekräfte verbessert werden konnte. Dies stimmt überein mit anderen Studien aus verschiedenen Ländern. Die Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass die Anforderungen an die Zahn- und Prothesenpflege in Altenpflegeheimen gestiegen sind, da einerseits die Zahl der fehlenden Zähne bei den Bewohnern zurückgegangen ist und andererseits die Anzahl der höherwertigen und aufwendiger zu pflegenden Zahnersatzversorgungen zugenommen hat. Es sind regelmäßige Schulungen des Pflegepersonals zu fordern, um die Mund- und Zahngesundheit von Pflegebedürftigen nachhaltig zu verbessern.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 07.12.2012