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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2012

 

Titel Verlauf der Knochendichte bei primärem Hyperparathyreoidismus
Autor Christiane Weber
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich ein primärer Hyperparathyreoidismus (pHPT) auf die verschiedenen Knochengewebe auswirkt und ob Patienten diesbezüglich immer von einer operativen Sanierung der Erkrankung im Vergleich zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen profitieren. In dieser retrospektiven Studie wurden die Daten aller Patienten ausgewertet, die im Zeitraum von 1990 bis 2009 in der Endokrinologischen Ambulanz des Universitätsklinikums Bonn mit der Diagnose eines pHPT vorstellig wurden. Speziell wurden die Ergebnisse der Knochendichtemessungen mittels DXA (Z-Werte) an der Lendenwirbelsäule (LWS), Gesamthüfte und dem distalem Drittel des Radius je nach vorliegender Symptomatik oder nachfolgender Therapie (OP versus Verlaufskontrollen) analysiert.
Bei Betrachtung des Gesamtkollektivs von 127 Patienten wurden signifikant niedrigere Ausgangs-Z-Werte an dem distalen Drittel des Radius als an LWS und Gesamthüfte gefunden. An letzteren beiden Messlokalisationen lagen die Werte im Bereich von gesunden Kontrollen. Im Vergleich von asymptomatischen und symptomatischen Patienten wurden stärker negative Effekte auf die Knochendichte in der Gruppe der symptomatischen Patienten gefunden, die sich hier auch in spongiösem Knochen zeigten. Im Vergleich von im Verlauf operierten (n=18) und nicht operierten Patienten (n=17) fanden sich signifikant unterschiedliche Veränderungen der Z-Werte der beiden Gruppen an LWS (in der Gruppe der asymptomatischen Patienten nur knapp nicht signifikant mit p=0,054) und Gesamthüfte mit jeweils besseren Werten in der Gruppe der operierten Patienten. Für den Radius wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt. Bei den nicht operierten Patienten wurden im Verlauf stabile Z-Werte gemessen. An der LWS waren eine ausgangs gemessene hohe Kalziurie mit sinkenden und ein hoher Spiegel der alkalischen Phosphatase mit steigenden Z-Werten assoziiert. An der Gesamthüfte sprachen eine hohe Ausgangsknochendichte und hohe Kalziumserumspiegel für eine positive Entwicklung der Z-Werte, während hohe Spiegel des anorganischen Phosphats mit sinkenden Werten einhergingen. Für die Z-Werte des Radius konnte kein Prädiktor gefunden werden.
Es konnte ein kataboler Effekt des pHPT auf kortikales Knochengewebe nachgewiesen werden, während spongiöser Knochen nur bei symptomatischem Verlauf betroffen war. Eine operative Sanierung der Erkrankung führte sowohl bei symptomatischen, als auch bei asymptomatischen Patienten zu einer Verbesserung der Z-Werte, auch wenn bei den meisten nicht operierten Patienten im Verlauf kein beschleunigter Knochenschwund auftrat. Es konnten erstmals Prädiktoren für den weiteren Verlauf der Knochendichte gefunden werden, die in einer prospektiven randomisiert-kontrollierten Studie bestätigt werden sollten.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 24.07.2012