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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2012

 

Titel Aktive Matrix-Metalloproteinase-8 als Indikator für den Verlauf profunder Parodontitiden nach Therapie
Autor Utz Winkelmann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In einer Studie im Sinne einer monozentrischen, randomisierten prospektiven Untersuchung wurden 46 an schwerer oder therapierefraktärer Parodontitis erkrankte Probanden ausgewählt und in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt zusätzlich zur instrumentellen Therapie (SRP) eine systemische AB, während die andere Gruppe zusätzlich mittels antimikrobieller photodynamischer Therapie (aPDT) behandelt wurde. Die aPDT hat sich in zahlreichen Studien als erfolgversprechende alternative antimikrobielle Begleittherapie bei Parodontitiden herausgestellt.
Im Hinblick auf die Enzymwertmessung (aMMP-8) war die Studie im split-mouth Design angelegt. Kontrolluntersuchungen und Probenentnahmen wurden doppelt blind durchgeführt. Unter Berücksichtigung von MHI und Patientencompliance wurde nach zwei Vorbehandlungen im Abstand von je einer Woche und einer oder zwei Hauptbehandlungen innerhalb von 48 Stunden der Therapieerfolg mittels klinischer Parameter (TT), Entzündungsparameter (aMMP-8) und DNS-Testung (Markerkeime) nach einem, drei und sechs Monaten bewertet.
Zusätzlich wurde ein Sticktest der Fa. Roche Diagnostiks zur Bestimmung von Hb/Erys und Leukozyten im Speichel bei allen Probanden eingesetzt und mit einer separaten Gruppe parodontal gesunder Individuen verglichen.
Die Markerkeimbestimmung erfolgte durch PCR in einem mikrobiologischen Labor, die Bestimmung der Enzymwerte (aMMP-8) mittels ELISA. Die photodynamischen Therapie (Fa. Helbo®) wurde jeweils bei beiden Vorbehandlungen und der Hauptbehandlung eingesetzt, während die AB-Gruppe entsprechend den Richtlinien der DGZMK ein Antibiotikum systemisch zur Hauptbehandlung erhielt.
Es zeigt sich keine signifikante Korrelation zwischen der Veränderung der Keimzahlen, 90 Taschentiefen und Enzymwerten (p>0,05, Spearman Rangkorrelation), sowie zwischen Enzymwerten und der genetischen Disposition für aggressive Parodontitiden. Bei einem Vergleich mit dem Polymorphismus im Interleukinbereich (PI) zeigen sich Tendenzen, die auf eine stärkere Absenkung oder Beeinflussung der Entzündungsparameter (aMMP-8) hinweisen. Generell bestätigen die gefundenen Zahlen die schwache Beweislage für einen Zusammenhang zwischen genetischer Disposition und Verlaufsform sowie Heilungstendenz von Parodontalerkrankungen.
Die Leukozytenzahlen weisen einen hochsignifikanten (p < 0,0001; U-Test) und Hämoglobin / Erys einen signifikanten (p = 0,0321; U-Test) Unterschied zwischen erkrankten und gesunden Individuen auf.
Die hochsignifikant unterschiedliche Entwicklung der Taschentiefen (p = 0,000797; t-Test unabhängig) belegt die unterschiedliche Wirksamkeit der adjuvanten Therapien bei schweren Parodontitiden. Dies betrifft erkrankte sowie gesunde Kontrolltaschen. Die Keimzahlen in der Antibiotika-Gruppe nehmen hochsignifikant ab. Die Enzymwerte sinken im ersten Monat stark ab und bleiben in der AB-Gruppe bis sechs Monate stabil. Auch in den Kontrollparodontien nimmt der aMMP-8 Wert analog zu den Sondierungstiefen ab. Nach ein bis drei Monaten steigen die Entzündungsparameter unabhängig von den Bakterienzahlen und Taschentiefen (klinischen Parameter) wieder an. In der aPDT-Gruppe findet bereits nach drei Monaten wieder eine Verschlechterung der klinischen und enzymatischen Parameter statt.
Während die Entzündungsparameter auf Site-Ebene einzelner Taschen nicht mit den gemessenen Taschentiefen korrelieren, ist eine Häufung im Bereich von 0-20 ng/ml nach der Therapie erkennbar. Während ein Absinken der aMMP-8 Werte stets zu einer klinischen Verbesserung der parodontalen Situation führt, findet umgekehrt eine Verschlechterung der klinischen Situation nach Wiederanstieg der Enzymparameter direkt oder mit Verzögerung statt. Enzymbasierte Diagnostikverfahren bieten in Zukunft die Möglichkeit der frühzeitigen Erkennung therapieresistenter Parodontitiden und der Überprüfung und Überwachung der Therapieregime bei Parodontalerkrankungen. Hierzu sind weitere Studien zur Aufklärung der Zusammenhänge zwischen Krankheitsverläufen und Enzymparametern im parodontalen Gewebe nötig.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 24.07.2012