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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2012

 

Titel Vorbereitung von Klinikärzten in Deutschland auf einen Massenanfall von Verletzten
Eine nationale Umfrage
Autor André Gonsior
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Terroranschläge, Naturkatastrophen und andere Großschadensereignisse als Ursache für einen Massenanfall von Verletzten (MANV) nehmen in den letzten Jahrzehnten zu. In der einschlägigen Literatur wird immer wieder eine unzulängliche katastrophenmedizinische Ausbildung des ärztlichen Personals kritisiert. Ziel dieser Studie war es, die Vorbereitung von Krankenhausärzten auf einen Massenanfall von Verletzten zu beurteilen. Dabei wurde mittels zweier Online-Fragebögen insbesondere die Qualität der Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte hinsichtlich eines Massenanfall von Verletzten erfragt und inwieweit sich diese bei den befragten Vertretern der Disziplinen Anästhesie, Chirurgie/Orthopädie und Unfallchirurgie und Innere Medizin unterscheidet. Ein Fragebogen richtete sich an Assistenz- und Fachärzte, ein weiterer an die entsprechenden Chefärzte. Die Adressaten waren Kliniken der Maximal-, Schwerpunkt- und Grundversorgung in Deutschland. Aus allen drei Kategorien wurde Ärztinnen und Ärzten unser Fragebogen elektronisch zugesandt. Abgefragt wurde unter anderem: Kenntnis des Aufgabengebiet des Arztes bei „interner“ und „externer“ Schadenslage sowie Wissen über Verletzungsmuster und Behandlungsstrategien bei kontaminierten Patienten nach konventionellen oder chemischen, nuklearen, biologischen Terroranschlägen. Die Ergebnisse wurden statistisch mit dem Shapiro-Wilk-Test, dem Mann-Whitney-U-Test, dem Kruskal-Wallis-Test, dem t-Test, dem F-Test sowie dem exakten Test nach Fisher ausgewertet. 381 Chirurgen, 476 Anästhesisten und 255 Internisten füllten den Fragebogen aus. 46,7 % der interviewten Ärzte waren sich über die Details des Katastrophenplanes in ihrem Krankenhaus nicht im Klaren oder kannten diesen überhaupt nicht. Über die Hälfte der Ärzte gab an, dass in ihrem Krankenhaus noch nie Übungen zu internen oder externen Schadenslagen stattgefunden hätten. 62 % derjenigen Ärzte sahen einen Optimierungsbedarf ihres Hauses im Hinblick auf zukünftige Schadensereignisse. Insgesamt 36 % der Teilnehmer waren der Ansicht, zum Thema Katastrophenmedizin nicht ausreichend ausgebildet oder informiert zu sein. Zwischen den Versorgungsstufen gab es diesbezüglich keine signifikanten Unterschiede. Die Ergebnisse lassen schlussfolgern, dass die Ausbildung aller befragten Fachrichtungen ungenügend ist, um auf einen Massenanfall adäquat reagieren zu können. Insbesondere jedoch die mangelhafte chirurgische Ausbildung für Großschadensereignisse steht im Widerspruch zu den Anforderungen eines Chirurgen/Orthopäden bei einem MANV, nämlich der Übernahme von Führungsrollen und leitenden Positionen.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 24.07.2012