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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2012

 

Titel Der Einfluss hippokampaler Nervenzelldichten auf deklarative Gedächtnisleistungen und deren Veränderung nach epilepsiechirurgischer Behandlung der mesialen Temporallappenepilepsie
Autor Juri-Alexander Witt
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss hippokampaler Nervenzelldichten auf präoperative deklarative Gedächtnisleistungen und deren Veränderung nach epilepsiechirurgischer Behandlung der mesialen Temporallappenepilepsie untersucht.
Die neuropathologische Bestimmung der Nervenzelldichten in verschiedenen Subregionen des Hippocampus (Cornu ammonis, CA1-CA4, Gyrus dentatus internus und externus) erfolgte bei insgesamt 104 Patienten mit mesialer Temporallappenepilepsie, von denen sich 53 (51%) einem links- und 51 (49%) einem rechtstemporalen Eingriff unterzogen hatten. Die prä- und postoperative neuropsychologische Gedächtnisdiagnostik bestand in der Erfassung verbaler (VLMT, Verbaler Lern- und Merkfähigkeitstest) und figuraler (DCS-R, Diagnosticum für Cerebralschädigung in revidierter Fassung) mnestischer Leistungen.
Hypothesenkonform korrelierten die Nervenzelldichten des linken Hippocampus mit präoperativen verbalen Gedächtnisleistungen und deren postoperativen Veränderungen. Ein höherer Zellverlust ging hierbei mit einer schlechteren präoperativen Leistung sowie geringeren postoperativen Leistungseinbußen einher. Für diesen Zusammenhang konnte ein moderierender Effekt der Hemisphärendominanz für Sprach- und Gedächtnisprozesse bestätigt werden. Hinweise auf eine besondere Rolle bestimmter Subregionen des Hippocampus für verschiedene Aspekte des Verbalgedächtnisses fanden sich nicht. Vielmehr verwiesen die Analysen auf die Bedeutung der Gesamtintegrität des Hippocampus. Die hippokampalen Nervenzelldichten standen in keinem Zusammenhang zu präoperativen figuralen Gedächtnisleistungen und deren postoperativen Veränderungen.
Vor dem Hintergrund des multifaktoriellen Modells kognitiver Störungen bei symptomatischen Epilepsien lässt sich festhalten, dass allein der Grad der hippokampalen Pathologie bei linkstemporomesialer Epilepsie bis zu einem Drittel der beobachteten Leistungsunterschiede im Verbalgedächtnis erklärt. Jenseits der hippokampalen Pathologie konnten weitere Einflussfaktoren unter klinischen und demographischen Variablen identifiziert werden, die zusammen weniger als ein Fünftel der Varianz aufklären.
Der gefundene Zusammenhang zwischen dem Grad der hippokampalen Pathologie und der Veränderung verbaler Gedächtnisleistungen nach linkstemporaler Operation offenbart die Bedeutung der strukturellen und funktionellen Integrität des zu resezierenden Gewebes.
Von methodischer Seite untermauern die Ergebnisse die klinische Validität des VLMT hinsichtlich der Sensitivität gegenüber hippokampalen Pathologien der linken, sprachdominanten Hemisphäre. Auch wenn die Ergebnisse bestätigen, dass das DCS-R sensitiv gegenüber rechtstemporalen Funktionsstörungen ist, scheint das Verfahren nicht den Grad einer rechtshippokampalen Pathologie abzubilden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 03.05.2012