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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2012

 

Titel Ein Jahr „Follow up" nach Zementaugmentation osteoporotischer Wirbelfrakturen mit einem neuen Kyphoplastie-System
eine prospektive Studie
Autor Ulrich Franz-Josef Andree
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die Kyphoplastie stellt ein erfolgreiches Verfahren zur Behandlung von schmerzhaften osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen dar. Dennoch werden des Öfteren Zementaustritte und erneute Wirbelkörperfrakturen bei Nachbarsegmenten beobachtet. Um diese nachteiligen Aspekte zu minimieren ist ein neues Verfahren zur Wirbelkörperaugmentation entwickelt worden. Bei diesem Verfahren wird durch aufspreizbare Nitinolspangen ein Hohlraum im Wirbelkörper gebildet. Die sternförmige Struktur in den Knochentrabekeln soll eine verbesserte Verbindung zwischen dem PMMA-Zement und dem Knochen herstellen, welche zur Reduktion von möglichen Anschlussfrakturen beitragen soll. Zudem soll eine Aufrichtung der Wirbelkörper erreicht werden. Durch Einbringen eines visköseren Zementes in den präformierten Hohlraum soll des Weiteren das Risiko von Zementaustritten minimiert werden.
Prospektiv wurde bei 30 Patienten mit isolierten osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen o.g. Verfahren durchgeführt. Präoperativ wie auch drei Tage, sechs Wochen, zwölf Wochen und zwölf Monate postoperativ erfolgte die klinische und radiologische Untersuchung der Patienten. Mittels Oswestry Score und VAS- Skala wurden die Patienten klinisch ausgewertet. Die radiologischen Bilder wurden auf Zementaustritt, Kyphosewinkel, Anschlussfrakturen und Wirbelkörperhöhe digitalisiert nachuntersucht und mit den präoperativen Bildern verglichen.
Es zeigte sich eine signifikante Schmerzreduktion bei allen Patienten zu jedem gewählten Untersuchungszeitpunkt im Vergleich mit dem präoperativen Status. Eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität um etwa 50% in Relation zum Ausgangswert konnte festgestellt werden. Ein Zusammenhang zwischen Frakturalter und Schmerzreduktion oder Lebensqualität fand sich nicht. Die Aufrichtung der Wirbelkörper zeigte sich schlechter als die in der Literatur angegebenen Daten zur Ballonkyphoplastie.
Mit dem verwendeten Verfahren „Xvoid“ wurde nur eine durchschnittliche Kyphosereduktion von ein bis drei Grad ermittelt, wohingegen in der Literatur eine Reduktion von fünf bis zehn Grad bei der Ballonkyphoplastie beschrieben wird. Die Rate der Zementaustritte lag mit zehn Prozent recht hoch, aber dennoch vergleichbar mit vorangegangenen Studien. Die 86 Rate von neu auftretenden Frakturen mit 16,6% ist höher als die für die Ballonkyphoplastie publizierten Daten.
Zusammenfassend zeigt sich die Kyphoplastie mit dem Xvoid-System als eine klinisch gut nutzbare Alternative zum Ballon in der operativen Behandlung von isolierten osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen. Einschränkend muss jedoch hinzugefügt werden, dass die Ergebnisse darauf hinweisen, dass die Rekonstruktion der Wirbelkörperhöhe, nicht so effektiv ist wie bei der Ballonkyphoplastie.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 23.07.2012