Goethes Werther und bei seinen dramatischen Nachfolgern">
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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2012

 

Titel "Nah am Grabe ward mir's heller"
Das Motiv des Freitods in Goethes Werther und bei seinen dramatischen Nachfolgern
Autor Maria Zaffarana
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die vorliegende Dissertation beschreibt das Phänomen der Selbsttötung in Goethes „Werther“ und bei seinen dramatischen Nachfolgern. Im Vordergrund steht die ausführliche Analyse der suizidalen Entwicklungen Werthers, Klingers Helden aus „Otto“, dem „Leidenden Weib“, der „Neuen Arria“ und den „Zwillingen“, Maler Müllers „Golo und Genoveva“, Wagners „Reue nach der That“ sowie Leisewitzens „Julius von Tarent“.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Goethe den Freitod beziehungsweise die destruktive Veranlagung und Entfaltung seiner Titelfigur nach einem bestimmten Modell konzipiert hat: Werther durchläuft einen „innerseelischen Zerstörungsprozess“, der sich aus zehn Phasen zusammensetzt und der unweigerlich mit dem Suizid endet.
Der Vergleich mit Werthers literarischen Leidensgenossen offenbart, dass sie sich alle sehr ähneln: Die Autoren haben ihre Figuren sämtlich rebellisch und sozialkritisch konzipiert. Alle Protagonisten sind durch ihre bis zum Rausch gesteigerte Gefühlsintensität melancholische Einzelgänger, deren tödliche Schwäche von Beginn an sichtbar wird. Nahezu exhibitionistisch stellen sie ihren Schmerz zur Schau, kurz vor dem finalen Schritt bemächtigt sich die Todesbegeisterung aller Helden. Ihre emotionale und körperliche Selbstaufgabe ist am Ende dieses Prozesses daher keine Verzweiflungstat, sondern eine überlegte und freiwillige Vernichtung des eigenen Lebens. Mit dem Suizid berufen sie sich ein letztes Mal auf ihr Selbstbestimmungsrecht. Sie nehmen sich das Recht und die Freiheit, selbst über ihr Leben zu verfügen und suchen im Tod die Freiheit.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 13.02.2012