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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2011

 

Titel Die inkrementelle Validität eines Integrity-Tests in Bezug auf Ausbildungserfolg
Kann ein Integrity-Test ein Interview ersetzen?
Autor Judith Hankes
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Personalauswahl von Auszubildenden eines Versicherungsunternehmens anhand von Schulnoten, eines Tests zur Erfassung der berufsbezogenen Intelligenz, eines Tests zur Erfassung von „Integrity“ und eines Interviews. Als Test zur Erfassung der berufsbezogenen Intelligenz dient die AZUBI-BK (Arbeitsprobe zur berufsbezogenen Intelligenz für Büro- und und kaufmännische Tätigkeiten) von Schuler und Klingner (2005). Zur Erfassung der „Integrity“ wird das IBES (Inventar berufsbezogener Einstellungen und Selbsteinschätzungen) von Marcus (2006) eingesetzt. Das durchgeführte Interviewverfahren lehnt sich an das Multimodale Interview (MMI) von Schuler (1992) an. Im Mittelpunkt der Betrachtung liegen die inkrementellen Validitäten des Integrity-Tests und des Interviews für die Vorhersage des Ausbildungserfolges. Als Kriterium für den Ausbildungserfolg der Auszubildenden dienen die betrieblichen Beurteilungen im Sinne von Vorgesetztenbeurteilungen.
An der Untersuchung haben insgesamt 171 Personen teilgenommen. An 171 Bewerbern und Auszubildenden wurde der IBES durchgeführt. Davon waren 93 Personen bereits als Auszubildende in dem Unternehmen eingestellt. Von den 78 Bewerbern wurden 55 Personen nach Durchführung der AZUBI-BK abgelehnt und 23 Personen als Auszubildende eingestellt.
Gemäß der Metaanalyse von Schmidt und Hunter (1998), die in der Kombination von Intelligenztest und Integrity-Tests die höchste Validität (.65) in Bezug auf beruflichen Erfolg sehen, werden die eingesetzten Instrumente auf ihre Validität hin geprüft.
Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung deuten auf eine gesicherte inkrementelle Validität des IBES über die bisher eingesetzten Verfahren hinaus für die Vorhersage des Ausbildungserfolges hin. Die Befunde von Schmidt und Hunter (1998) über eine maximale Vorhersagekraft durch die Kombination von Intelligenztest und Integrity-Test werden bestätigt: Der Mittelwert über alle Kriterien der betrieblichen Beurteilung kann durch AZUBI-BK und IBES zu 24.5% vorhergesagt werden. Durch keine andere Prädiktorkombination werden höhere Vorhersagewerte in Bezug auf den Mittelwert der Kriterien gewonnen.
Die Hinzunahme des Interviews als Prädiktor führt in Bezug auf ein Kriterium, „Kommunikationsverhalten“, zur maximalen Vorhersagekraft und weist eine inkrementelle Validität über den IBES hinaus auf. Für alle anderen Kriterien führt die Hinzunahme des IBES zur maximalen Vorhersagekraft – und nicht die Hinzunahme des Interviews. Das IBES weist häufigere und höhere inkrementelle Validitäten in Bezug auf die Kriterien auf als das Interview.
Die Implikationen für die weitere Forschung und die Praxis werden anhand der Ergebnisse beschrieben.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 04.05.2011