Institutionelle Vulnerabilität und Beeinflussung der Qualität von Institutionen und Governance auf den Grad der Katastrophenvorsorge auf globaler und lokaler Ebene

Jonatan A. Lassa

Zusammenfassung


Diese Doktorarbeit befasst sich mit zwei zentralen Fragen: Wie sollte institutionelle Vulnerabilität von Massnahmen zu Katastrophenrisiken und -vorsorge beurteilt werden? Wie beeinflusst die Qualität von Institutionen und Governance den Grad der Katastrophenvorsorge? Diese Dissertation analysiert institutionelle Vulnerabilität auf globaler und lokaler Ebene, um eine Antwort auf diese Fragen zu geben.

Allgemeine Beurteilungssysteme von Vulnerabilität auf globaler und lokaler Ebene sind in ihrer Aussagekraft darüber begrenzt, wie und in welchem Umfang Institutionen in allen Ländern Risiken tatsächlich reduzieren können. Diese Dissertation ist eine grundlegende Arbeit dahingehend, indem sie globale institutionelle Vulnerabilität mittels eines Index-basierten Ansatzes auf nationaler / lokaler Ebene misst ergänzt durch gemischte Methoden wie soziale Netzwerkanalyse sowie qualitative (z.B. teilnehmende Beobachtung und Literaturrecherchen) und quantitative Ansätze (z.B. einfache Regression, Scatter-Plot, einfache deskriptive Statistik). In dieser Disssertation wird die Hypothese aufgestellt, dass die Länder mit der höchsten institutionellen Qualität eine bessere Governance von Katastrophenrisiken haben, was zu einer höheren Widerstandskraft gegen Katastrophenrisiken führt.

Risiko-Assessoren haben oftmals Institutionen übersehen. Im Falle der Messung von Vulnerabilität, z.B. soziale / menschliche Vulnerabilität (wie z.B. Gesundheit, Bildung, Indizes der menschlichen Entwicklung), physische Vulnerabilität (Qualität der physischen Behausung / Gebäude und Infrastruktur), ökonomische Vulnerabilität (Einkommen, Wirtschaftsproduktion) und Umweltvulnerabilität(Landverödung, Umweltqualitätindikatoren), misst ein Assessor eigentlich nur das "Resultat" von Institutionen, aber nicht die Institution direkt.

Institutionelle Vulnerabilität gegenüber Katastrophenrisiken wird hier definiert als der Kontext wie auch der Prozess, durch die formale Insitutionen (Verordnungen, Gesetz, Verfassungen, Vorschriften, Verwaltung usw.), informelle Institutionen (Kultur, Normen, Traditionen usw.) sowie Governance so geschwächt werden, dass sie entweder keinen Schutz gegenüber Naturkatastrophen bieten oder zu Ignoranz gegenüber ihrer Aufgabe führen, für Sicherheit und menschlichen Schutz zu sorgen. Ein zentrales Argument ist die Vorstellung, dass Institutionen u.a dafür gestaltet wurden, um Risiken zu reduzieren. In dieser Forschungsarbeit wird der Schwerpunkt auf Katastrophenrisiken / Naturkatastrophen gelegt. Dies führte zu der Hypothese, dass Nationen nicht in der Lage sind, aufgrund institutioneller Faktoren und Governance, die ihre Vulnerabilität und Fähigkeit zur Abpufferung ändern, Risiken zu reduzieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass qualitative sowie quantitative Methoden auf verschiedenen Ebenen der Governance institutionelle Vulnerabilität und Governance der Katastrophenvorsorge messen können. Auf globaler Ebene ist die Anwendung eines quantitativen Ansatzes zur Messung der Qualität von Institutionen und Governance zur Reduzierung von Naturkatastrophen möglich dank der zur Verfügung stehenden globalen Daten aus Ländern, die das Hyogo Framework for Action eingesetzt haben. Trotzdem sind stärkere Anstrengungen in der Zukunft nötig. Auf der Meso- und Mikroebene beschreibt diese Arbeit die historische Entwicklung von Institutionen zur Katastrophenvorsorge in Indonesien von der Kolonialzeit bis zu den aktuellen Herausforderungen einer dezentralisierten Verwaltungsstruktur. Die wichtigste Aussage ist die Tatsache, dass Katastrophenvorsorge nicht nachhaltig implementiert werden kann, ohne Insitutionen, die Qualität von Institutionen sowie die spezifische Governance der Risikoreduktion auf der Makro-, Meso- und Mikroebene zu berücksichtigen.

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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 14.07.2011