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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2010

 

Titel Therapie der chronischen Hepatitis C bei HIV-Infektion
Prädiktive Faktoren für eine erfolgreiche Behandlung
Autor Miriam Janke
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Das gleichzeitige Vorliegen einer Hepatitis C-Infektion betrifft etwa 30 % aller HIV-positiven Patienten in West-Europa. Die Progression der HCV-Infektion hin zu Leberfibrose wird durch das Vorliegen einer HIV-Infektion drastisch beschleunigt. Gleichzeitig konnte seit der Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie die Lebenserwartung von HIV-Patienten enorm gesteigert werden. Die HCV-assoziierte Morbidität und Mortalität gewinnt daher in diesem Patientenkollektiv an zunehmender Bedeutung. Der aktuelle Therapiestandard zur Behandlung der HCV-Infektion bei HIV-infizierten Patienten entspricht dem von HCV-monoinfizierten Patienten und besteht aus der Gabe von pegyliertem Interferon (PEG-IFN) und Ribavirin. Leider liegen die Ansprechraten auf diese Behandlung bei koinfizierten Patienten noch stets unter denen HCV-Monoinfizierter. Ziel dieser Arbeit war es, prädiktive Faktoren zu erkennen, die auf einen erfolgreichen Ausgang der HCV-Therapie bei HIV-positiven Patienten schließen lassen und im Umkehrschluss frühzeitig Patienten zu identifizieren, die eine geringe Wahrscheinlichkeit für ein dauerhaftes Therapieansprechen aufweisen, um unnötige Nebenwirkungen zu reduzieren, die Therapiekosten zu senken und langfristig eine individuellere Therapieplanung zu ermöglichen.
Alle in die vorliegende retrospektive Kohortenstudie inkludierten Patienten erhielten eine Kombinationsbehandlung aus PEG-IFN (1,5 µg/kg Körpergewicht bzw. 180 µg/ Woche s.c.) sowie körpergewichtsadaptiert 600-1200 mg Ribavirin/ Tag p.o. Patienten mit HCV-Genotyp 2 oder 3 wurden über 24 oder 48 Wochen therapiert, Patienten mit HCV-Genotyp 1 oder 4 erhielten eine 48-wöchige Behandlung. Primärer Endpunkt der Studie war das Erlangen von sustained virological response (SVR), definiert als negative HCV-RNA 24 Wochen nach Beendigung der Therapie. Mittels binärer logistischer Regression und der Berechnung prädiktiver Wahrscheinlichkeiten wurden prognostische Parameter ermittelt, die schon frühzeitig auf ein positives Therapieansprechen hinweisen.
Die Mehrzahl der insgesamt 227 in die Studie inkludierten Patienten war männlich (73%), vormals intravenös drogenabhängig und erhielt eine hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART). Die Verteilung der HCV-Genotypen (GT) war wie folgt: GT 1: 56%, GT 2: 6%, GT 3: 31%, GT 4: 7%. Ein SVR erlangten insgesamt 41% aller Patienten (GT 1 oder 4: 32%; GT 2 oder 3: 58%).
Eine Infektion mit HCV-GT 2 oder 3 (p< 0.001, 95% Konfidenzintervall [CI] 2.19 to 8.02; PPV 67,82%), das Erlangen von rapid virological response (RVR, definiert als Negativierung der HCV-RNA in Woche 4 der Therapie) (p< 0.001, CI 5.42 to 44.36; PPV 83,78%) und das Eintreten von early virological response (EVR, definiert als Negativierung der HCV-RNA in Woche 12) (p< 0.001, CI 6.71 to 26.01; PPV 71,56%) zeigten sich als die aussagekräftigsten Prädiktoren für das Erreichen von SVR. Als prädiktive Faktoren für das Erlangen von EVR konnten die Infektion mit HCV-Genotyp 2 oder 3 (p< 0.001, CI 2.81 to 10.55; PPV 78,68%), das Erreichen von RVR (p< 0.001; CI 3.36 to 24.24; PPV 87,23%) sowie das Fehlen einer HAART (p= 0.043, CI 0.28 to 0.98; PPV 64,82%) identifiziert werden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 08.12.2010