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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2010

 

Titel Versorgung einer vorderen Kreuzbandruptur: „Healing Response“ versus Kreuzbandplastik in Semitendinosus-Quadruple Technik
Vergleich der postoperativen Ergebnisse
Autor Christoph Koopmann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Fragestellung: Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden zwei arthroskopische Operationsverfahren zur Behandlung einer vorderen Kreuzbandruptur miteinander verglichen: Die standardmäßige Kreuzbandplastik (KBP) in Semitendinosus-Quadrupel Technik und die noch relativ neue und innovative „Healing Response“ Methode (HR), die ein natürliches Wiedereinheilen des vorderen Kreuzbands nach Stammzellenstimmulation zulässt. Methodik: 50 HR-Patienten (Durchschnittsalter 35,4 Jahre), die in den Jahren 2004-2006 am VKB operiert worden sind, konnten im Schnitt 2 Jahre (8-44 Monate) nach erfolgter Operation nachuntersucht werden. Als Vergleichsgruppe dienten 50 zufällig ausgewählte Patienten (Durchschnittsalter 34,2 Jahre), die in der gleichen Klinik, im gleichen Zeitraum, mit einer VKB-Plastik in Semitendinosus-Quadruple Technik versorgt worden waren. Die Ergebnisse beider Kollektive wurden anhand des Lysholm-, Tegner-Aktivitäts- und IKDC-Scores verglichen. Die instrumentelle Stabilitätsmessung erfolgte mit dem Rolimeter. Ergebnisse: Im Lysholm-Score erreichten die KBP-Patienten durchschnittlich 78 Punkte ( 19 Punkte), im HR-Kollektiv lag der Mittelwert bei 87 Punkten ( 13 Punkte), die Ergebnisse in den Kategorien „Instabilität“, „Schmerzen“ und „Hinhocken“ waren hier signifikant besser (p<0,05). Im Tegner-Aktivitäts-Score erreichten 74% der HR-Patienten wieder ihr ursprüngliches Belastungsniveau (im KBP-Kollektiv nur 40%). Die Rehabilitationszeit fiel im HR-Kollektiv mit 4,7 Monaten ( 9 Wochen) deutlich kürzer aus als in der Vergleichsgruppe (7,2 Monate, 16 Wochen). Im IKDC 2000-Score erreichten in beiden Kollektiven über 90% der Patienten ein „normales“ bzw. „fast normales“ Ergebnis.. 44% der HR-Patienten bewerteten ihre Kniefunktion als wieder völlig normal, in der KBP-Gruppe waren es nur 14% (72% „fast normal“). Schlussfolgerungen Die Studie konnte zeigen, dass die „Healing Response“ Methode ähnlich wie das Standardverfahren eine sehr gute klinische Versorgung der Patienten nach vorderer Kreuzbandruptur gewährleistet. Voraussetzung ist allerdings, dass das vordere Kreuzband nach „Healing Response“ Behandlung wieder an anatomischer Stelle anwächst (arthroskopisch kontrollierte Erfolgsquote bei 85%). Im Vergleich der beiden Operationsverfahren profitieren die Patienten mit „Healing Response“ Behandlung erheblich von dem geringen intraoperativen Trauma: Es zeigen sich weniger Schmerzen, Instabilitäten und Sensibilitätsstörungen im postoperativen Verlauf, die Patienten benötigen dank erhaltener Propriorezeption nur eine relativ kurze Rehabilitationsphase und können größtenteils ihr ursprüngliches Belastungsniveau wieder erreichen. Insgesamt beurteilen die Patienten das Verfahren als sehr effektiv.
Abstract Anterior cruciate ligament rupture: Comparison of a four strand hamstring tendon graft with the “Healing Response“ method - a follow up examination
Purpose: The purpose of this investigation was to compare the results of the treatment of an acute torn anterior cruciate ligament (ACL) either with a four strand hamstring tendon graft (TG) or with the “Healing Response” Method (HR), a natural healing process after stem cell stimulation. Methods: 50 HR patients (average age 35,4 years), who had been operated in the years 2004-2006 were examined on average of 2 years (8-44 months) after the operation. 50 TG patients (average age 34,2 years), who were operated in the same hospital during the same time span were picked at random and served as a comparison group. The results of both groups have been compared on the basis of the Lysholm-, Tegner-Activity- and IKDC 2000-scores as well as Rolimeter® (Aircast, Canada) measurement. Results: The mean Lysholm-Score of the TG patients was 78 Points (+/-19 Points), the HR Group 87 Points (+/-13 Points), the results in the categories, “instability”, “pain” and “squatting” were significantly better (p<0.05) in the HR Group. In the Tegner-Activity-Score 74% HR-patients reached their former level of fitness (TG-collective 40%). Recovery time was 4.7 months (+/-9 weeks) in the HR collective, in contrast to TG´s 7.2 months (+/-16 weeks). In the IKDC 2000-Score over 90% of the patients in both collectives reached a “normal” or “nearly normal” result. 44% of the HR-patients assessed their subjective knee function as completely normal, whereas in the TG-group it was 14% (72% “nearly normal”). Conclusions: After two years of follow up, the results of ACL repair with stem cell stimulation HR was equal or superior to the replacement with a four strand hamstring graft. The benefit of the „Healing Response“ method is less trauma to the knee proprioreception which leads to a quicker recovery in general. The patients subjectively assessed this new procedure as very effective. Level of Evidence: III – Therapeutic study
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 08.12.2010