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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2010

 

Titel Liquorleckagen während transsphenoidalen Adenomektomien
Behandlung mit lumbaler Liquordrainage und klinische Relevanz für den weiteren Krankheitsverlauf
Autor Beate Dorothea Reufels
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Zielsetzung. Diese Studie untersucht 1. die Effektivität und die Folgen einer systematischen Behandlung von intraoperativen Liquorrhoen während transsphenoidalen Adenomektomien mittels lumbaler Liquordrainage und 2. die klinische Relevanz der intraoperativen Liquorrhoe für den postoperativen Verlauf.
Patienten und Methoden. Die zur Beantwortung der Fragestellung notwendigen Daten wurden retrospektiv bei allen Patienten erhoben, die sich im Zeitraum zwischen März 1990 und September 2006 in der Neurochirurgischen Klinik des Uniklinikum Bonn zum ersten Mal einer transsphenoidalen Adenomektomie unterzogen hatten (n=495). Entsprechend dem Standard der Klinik, wurden alle Patienten mit intraoperativer Liquorrhoe mit einer lumbalen Liquordrainage versorgt.
Ergebnisse. Eine intraoperative Liquorrhoe ist bei 34,9% der erstoperierten Patienten aufgetreten. Die Releckagenrate hat bei Einsatz einer lumbalen Liquordrainage 4,1% betragen. Eine intraoperative Liquorrhoe war bei hormoninaktiven Hypophysenadenomen signifikant häufiger als bei hormonproduzierenden und bei Reoperationen signifikant häufiger als bei Erstoperationen. Insgesamt sind postoperative Komplikationen bei Patienten mit und ohne intraoperativer Liquorrhoe vergleichbar häufig aufgetreten. Allerdings traten Meningitiden bei Patienten mit intraoperativer Liquorrhoe signifikant häufiger auf als bei Patienten ohne intraoperative Liquorrhoe. Die postoperative Aufenthaltsdauer von Patienten mit intraoperativer Liquorrhoe ist signifikant länger als bei Patienten ohne intraoperative Liquorrhoe. In der multivariaten Analyse erwiesen sich, wie in der univariaten Analyse auch, die postoperative Liquorrhoe und das Auftreten einer irreversiblen Komplikation als signifikant mit der Dauer des postoperativen Aufenthalts assoziiert.
Schlussfolgerung. Intraoperative Liquorrhoen traten bei Patienten mit hormoninaktiven Tumoren und bei bereits voroperierten Patienten gehäuft auf. Nach intraoperativer Liquorrhoe konnte die postoperative Liquorrhoe auch mit der lumbalen Liquordrainage nicht sicher vermieden werden. Patienten mit intraoperativer Liquorrhoe hatten ingesamt keine höhere Morbidität als Patienten ohne intraoperative Liquorrhoe. Allerdings hatten sie ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Meningitis und für einen verlängerten postoperativen Aufenthalt. Der postoperative Aufenthalt wurde auch durch das Auftreten postoperativer Liquorrhoen sowie irreversibler Komplikationen verlängert.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 09.12.2010