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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2010

 

Titel Verlauf und Therapie der akuten Hepatitis C bei HIV-positiven homosexuellen Männern in einer Berliner Schwerpunktpraxis von 2002 bis 2007
Autor Ivanka Krznaric
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit untersuchte 40 HIV-infizierte homosexuelle Patienten, bei denen eine akute HCV-Infektion erstmals aufgetreten war. Die Patienten waren im Durchschnitt im Alter von 30,8 + 1,0 Jahren als HIV-positiv diagnostiziert worden und hatten im mittleren Alter von 36 Jahren eine zusätzliche HCV-Infektion erlitten. Der HCV- Genotyp war in 80% Typ 1, in 5,7% Typ 2, in 11,4% Typ 3 und in 2,9% Typ 4. 35 Patienten wurden bezüglich der HCV-Infektion behandelt, bei fünf Patienten war eine Therapie entweder wegen einer HCV-Spontanremission unnötig geworden (n=3), weil eine zu niedrige CD4+-Zellzahl (unter 350/μl) vorlag (n=1) oder weil der Patienten eine solche Therapie ablehnte (n=1). Die Mehrzahl der 35 behandelten HIV-/HCV-Koinfizierten (n=21; 56,7%) erhielt ein Kombinationsregime aus Peginterferon α2a plus Ribavirin.
Das Ansprechen der HCV/HIV-koinfizierten Patienten auf die anti-HCV-Therapie war gut. Die Rapid Virological Response betrug 35,3%, die Early Virological Response 60%. Bei 34 Patienten konnte nach 12 Monaten eine HCV-PCR durchgeführt wurden und hierbei betrug die Sustained Virological Response 58,8%.
Als Einflussfaktoren auf das Ansprechen der HCV-Therapie bei HCV/HIV-Koinfizier-ten konnten wir Hämoglobingehalt, Leukozyten- und Thrombozytenzahl sowie labor-chemische Parameter (γ-GT, ALT, AST) ausschließen. Analoges gilt für HCV-Virenlast, HI-Virenlast und CD4+-Zellzahl. Entscheidend für die Prognose einer erfolgreichen HCV-Behandlung war das Auftreten einer Early Virological Response nach 12 Wochen, denn beim Vorhandensein einer EVR lag die Chance auf ein positives Outcome 2,1fach höher als beim Fehlen derselben (77,8% versus 37,5%). Auch das Auftreten einer Rapid Virological Response nach 4 Wochen zeigte sich von prognosti-schem Wert, da beim Vorliegen derselben ein positives Outcome in 50% der Fälle gegeben war, während der Prozentsatz auf 18,2% sank, wenn keine RVR eingetreten war.
Bezogen auf den Immunstatus (CD4+-Zellzahl) übte eine parallel zur HIV-Therapie durchgeführte HCV-Therapie keinen negativen Einfluss auf die CD4+-Zellzahl aus. Eine parallele Behandlung sowohl von HIV als auch HCV hat demnach keinen negativen Einfluss auf den Immunstatus der Patienten. Bei einer kleinen Zahl interviewter HCV/HIV-Koinfizierter (n=10) zeigte sich in unserer Untersuchung, dass für die HCV-Infektion das Teilen einer Schnupfenhilfe zur nasalen Applikation von Drogen (Koks, Speed) von erheblicher Bedeutung sein könnte. Inwieweit diese Infektionsroute aber den Einfluss von sonstigem Risikoverhalten (ungeschützter Analverkehr, Gruppensex, Fisting, usw.) dominiert, kann aufgrund der geringen Fallzahl nicht abschließend beurteilt werden.
Insgesamt sprechen die eigenen Ergebnisse für einen möglichst frühen Beginn der anti-HCV-Therapie und zwar unabhängig vom Genotyp und einer parallel durchgeführten HAART.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 09.12.2010