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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2010

 

Titel Progression und Symmetrie der geographischen Atrophie bei altersabhängiger Makuladegeneration - Untersuchungen mittels digitaler cSLO-Fundusautofluoreszenz
Autor Arno Philipp Göbel
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die geographische Atrophie (GA) des retinalen Pigmentepithels (RPE) im Rahmen der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) stellt eine häufige Ursache für einen Verlust des zentralen Sehens und damit einer Erblindung nach gesetzlicher Definition dar. Bislang ist für diese Manifestationsform der AMD noch keine wirksame Therapie verfügbar. Grundlagenwissenschaftliche und klinische Befunde sprechen dafür, dass der Akkumulation von Lipofuszingranula mit toxischen Retinoid-Derivaten wie A2-E im RPE eine relevante pathogenetische Bedeutung zukommt. Fundusautofluoreszenz(FAF)-Imaging mittels konfokaler Scanning-Laser-Ophthalmoskopie (cSLO) ermöglicht die Erfassung der topographischen Verteilung des Lipofuszins in den postmitotischen RPE-Zellen unterhalb der retinalen Photorezeptorschicht aufgrund der autofluoreszenten Eigenschaften in vivo.
In der vorliegenden Arbeit erfolgten die Quantifikation der GA-Areale, die durch ein erniedrigtes FAF-Signal charakterisiert sind, sowie die Identifikation spezifischer Muster erhöhter FAF im Randbereich der GA. Die dabei eingeführte Alignierung stellt eine methodische Weiterentwicklung zur Erfassung der Größenveränderung atrophischer Areale in longitudinalen Aufnahmen dar. Die Analyse von 234 Augen ergab eine mittlere Progressionsrate von 1,551 mm²/Jahr. Die Progressionsrate sowie die Muster erhöhter FAF zeigten bei bilateraler Erkrankung ein hohes Maß an intraindividueller Symmetrie, wobei ein hohes Maß an interindividueller Variabiliät vorlag. Demgegenüber ergab sich für die Sehschärfe ein geringes Maß an Symmetrie. Die Atrophiegröße wies ein Defizit an Übereinstimmung auf. Zudem konnte gezeigt werden, dass insbesondere das Vorliegen eines „diffusen“ oder „bandförmigen“ Musters erhöhter FAF im Randbereich der GA mit einer schnelleren Progressionsrate assoziiert ist. Auch bei bilateraler Manifestation und multifokalem Auftreten der GA zeigte sich eine schnellere Progression.
Neben der prognostischen Bedeutung für die betroffenen Patienten dienen die Ergebnisse einem besseren Verständnis des natürlichen Verlaufs der Erkrankung. Die Ergebnisse konnten bereits wesentlich zu Fallzahlberechnungen und zum Studiendesign der ersten Interventionsstudien bei GA beitragen. Weiterhin stellt die cSLO-Fundusautofluoreszenz mittlerweile das Verfahren der Wahl zum Therapiemonitoring mit Erfassung der GA-Progression als anatomischem Hauptauswertungsparameter dar. Die Einführung und Weiterentwicklung der cSLO-Fundusautofluoreszenz leistet somit einen wichtigen Beitrag bei der Suche nach einer wirksamen Therapie für die GA.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 08.12.2010