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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2010

Titel Ehe, Familie und andere Lebensgemeinschaften in Spanien
Die Familie als sozio-emotionaler Stabilisator und intergenerationeller Konfliktherd
Autor Rodolfo Valentino
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die Familie stellt heute die zentrale Institution der spanischen Gesellschaft dar, die die Versäumnisse und Defizite des Sozialstaates auffangen muss. Ohne den Einfluss der Kernfamilie hätte Spaniens Eintritt in die Europäische Gemeinschaft im Jahre 1986 und somit in die Reihe der wohlhabendsten Ländern auf dem europäischen Kontinent die sozialen Gegensätze verschärft und den sozialen Frieden in Gefahr gebracht. Statt dessen konnte und kann sich der Staat darauf verlassen, dass die jungen, ledigen Erwachsenen nicht eher das Elternhaus verlassen bis sie über einen festen Arbeitsplatz verfügen, auch wenn dies erst mit 30 Jahren geschieht. Die staatliche Fürsorgepflicht für in Not geratene junge Ledige entfällt und wird traditionell an die Familie abgegeben. Trotz ihrer gesellschaftstragenden Bedeutung sind auch in Spanien die Zahl der Geschiedenen und mehr noch die der Getrenntlebenden stetig gewachsen. Die Folge ist eine Pluralisierung von Familien- und Partnerschaftsformen wie Ein-Eltern-Familien oder Stieffamilien, die auf Scheidung oder Trennung zurückgehen. Daneben steigt bei den jüngeren Generationen unter 50 Jahren generell die Akzeptanz von nichtehelichen heterosexuellen Lebensgemeinschaften. Die größten generationellen Einstellungs- und Meinungsunterschiede zeigen sich aber bei der Frage nach homosexuellen Paaren. Während die Jüngeren Homosexualität im Allgemeinen und gleichgeschlechtliche Beziehungen als „normal“ einstufen, betrachten die älteren Generationen sie immer noch als „unnatürlich“, pervers und krank. Die großen Gegensätze zwischen Eltern und erwachsenen Kindern werden mit Hilfe der Kultur des Fingierens abgeschwächt und haben zu einem „Nebeneinander“ der Generationen geführt. Nicht wirkliche Kommunikation oder eine gute Vertrauensbasis ist bei den Eltern-Kinder-Beziehungen wichtig, sondern ein Respektieren der jeweiligen Extrempositionen, auch wenn verheimlicht, getäuscht oder gelogen werden muss. Ob aus dem „Nebeneinander“ der Generationen irgendwann einmal ein „Miteinander“ wird, darauf kann diese soziologische Analyse keine Antwort geben. Sicher ist, dass die Konfrontationslust der nachkommenden Teenagergenerationen größer ausfällt als die der Zwanzig- und Dreißigjährigen.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 23.02.2010