Hinweis zum Urheberrecht | Allgemeine Informationen | FAQ
Beim Zitieren dieses Dokumentes beziehen Sie sich bitte immer auf folgende URN: urn:nbn:de:hbz:5-19204

 

Philosophische Fakultät - Jahrgang 2009

Titel Institutionalisierung im Kulturvergleich
Das Beispiel der Regulierung von Alterserwerbsarbeit in Deutschland und Japan
Autor Carolina Paulsen
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Im Vergleich der OECD-Länder weist Japan bekanntermaßen hohe Alterserwerbs­quoten auf, während in Deutschland institutionelle Rahmenbedingungen und die jahrzehntelange „Vorruhestandskultur“ zu einer vergleichsweise geringen Arbeits­marktintegration Älterer beigetragen haben. Insbesondere die demographische Prog­nose einer alternden Erwerbsbevölkerung bildet in beiden Ländern einen wesent­lichen Motivator bezüglich der Förderung von Alterserwerbsarbeit, wobei das Konzept einer verstärkten und dauerhaften Nutzung der Arbeitskraft Älterer in den japanischen Institutionen bereits weitergehend verankert ist als in Deutschland.
Diese vergleichende Untersuchung liefert in Gestalt einer Makro-, Meso- und Mikro­betrachtung zunächst eine Bestandsaufnahme institutioneller Rahmenbedingungen der Alterserwerbsarbeit in Deutschland und Japan unter Berücksichtigung von sozial­kulturellen und sozialstrukturellen Einflussfaktoren. Es wird ferner ermittelt, inwiefern diese Bedingungen maßgeblich Einfluss nehmen auf das Erwerbsverhalten älterer Menschen in den Vergleichsländern und auf die Gestaltung ihrer Beschäftigungs­bedingungen auf den segmentierten Arbeitsmärkten.
Es wird unter anderem deutlich, dass sich Alterserwerbsarbeit nicht allein als markt­ökonomisches Phänomen begreifen lässt, sondern auch entscheidend bedingt wird durch sozialkulturelle und sozialstrukturelle Institutionalisierung, was aus wissen­schaftlicher Sicht einen komplexen Forschungsansatz erfordert. Auch wenn die institutionellen und kulturellen Rahmenbedingungen in den Vergleichsländern teils stark voneinander abweichen, und einige japanische Institutionen kritisierbar sind, können manche Beispiele einer effektiven Arbeitsmarktintegration Älterer nützliche Denkanstöße im Rahmen der deutschen Debatte zur Förderung von Alterserwerbs­arbeit liefern.
Abstract Institutionalization in Comparison: The Regulation of Old-Age Employment in Germany and Japan
Compared to most OECD-countries Japanese old-age employment rates are high, whereas in Germany institutional frameworks and the “early retirement culture” have led to a rather low labour force participation of elderly people. In both societies the demographic forecast of an aging workforce serves as a key motivator with regard to the promotion of old-age employment. However, the concept of an increased and long-term labour market integration of elderly workers is currently more strongly reflected within the Japanese political and legal institutions.
As a sociological multilevel analysis this study examines the institutional frameworks of old-age employment on a macro-, meso- and micro-level with regard to underlying socio-cultural and socio-structural influences. Furthermore, it investigates the impact of these factors on employment behaviour of elderly people in both countries and describes their working conditions on the segmented labour markets.
It is shown that old-age employment is not only a market-economic phenomenon, but is also largely conditioned by socio-cultural and socio-structural institutionalization, which requires a complex research approach. Despite the heterogeneity of political, legal and cultural conditions and the fact that some Japanese institutions are criticizable, some institutional examples of an integrative culture of elderly workers may offer thought-provoking impulses with regard to German political efforts.
Komplette Version Hier können Sie den Adobe Acrobat Reader downloaden pdf-Dokument (2 MB)
© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 27.10.2009