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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2009

Titel Psychologisches Funktionsniveau bei Kindern und Jugendlichen mit univentrikulärer Zirkulation nach operativer Palliation
Eine Untersuchung von Intelligenz, motorischer Koordination, Verhaltensstörungen und gesundheitsbezogener Lebensqualität
Autor Nicole Laura Vahsen
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung In der vorliegenden Studie wurde in Kooperation mit dem Deutschen Kinderherzzentrum Sankt Augustin das Funktionsniveau von Patienten mit funktionell univentrikulärem Herzen nach Anlage einer totalen cavopulmonalen Anastomose untersucht. Außerdem wurden mögliche Zusammenhänge zwischen dem Funktionsniveau und verschiedenen medizinischen Risikofaktoren überprüft. Bei insgesamt 104 Kindern zwischen zwei und zwanzig Jahren wurde das intellektuelle Leistungsvermögen anhand der Kaufman-Assessment Battery for Children (K-ABC) bzw. des Kaufman-Tests zur Intelligenzmessung für Jugendliche und Erwachsene (K-TIM) erfasst. Außerdem wurden die koordinativen Fähigkeiten anhand der Movement Assessment Battery for Children (M-ABC), die visuell-räumlichen Fähigkeiten anhand des Abzeichentests für Kinder (ATK) sowie die Aufmerksamkeitsleistung anhand der Continuous Performance Task (CPT) untersucht. Zusätzlich wurden potentielle Verhaltensauffälligkeiten und die gesundheitsbezogene Lebensqualität mittels Fragebögen (Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen [CBCL]; Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen [ILK]) erfasst. Die Ergebnisse der Patienten im Motoriktest wurden mit denen einer gesunden alters-gematchten Kontrollgruppe (N = 40), in allen anderen Tests bzw. Fragebögen mit den Normwerten verglichen: Die Patienten zeigten im intellektuellen, koordinativen und visuell-räumlichen Bereich im Mittel signifikant schlechtere Leistungen als die Vergleichsgruppe; laut Elternurteil war außerdem die Prävalenz von Verhaltenssauffälligkeiten signifikant erhöht. Im Aufmerksamkeitstest zeigten die Patienten durchschnittliche, teilweise überdurchschnittliche Leistungen. Die selbst eingeschätzte Lebensqualität unterschied sich nicht von der Lebensqualität gesunder Kinder. Die Überprüfung potentieller medizinischer Risikofaktoren ergab einen signifikant negativen Zusammenhang zwischen der kumulierten Dauer des hypothermen Herzkreislaufstillstands und der fluiden Intelligenz der Patienten. Außerdem wiesen Patienten mit präoperativen Komplikationen, die eine suboptimale zerebrale Perfusion bewirken (z.B. Low cardiac output), eine signifikant niedrigere fluide Intelligenz auf als Patienten ohne solche präoperativen Komplikationen. Insgesamt ist das Risiko für Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bei Kindern mit funktionell univentrikulärem Herzen nach Anlage einer totalen cavopulmonalen Anastomose erhöht. Diagnostische und interventive Maßnahmen sollten frühzeitig eingeleitet werden.
Abstract Neurodevelopmental outcome in children and adolescents with univentricular circulation after palliative surgery - A study of intelligence, motor function, behavioural outcome and health-related quality of life
In this study the neurodevelopmental outcome of patients with functionally single ventricle hearts after a total cavopulmonary connection was assessed in cooperation with the German Children’s Heart Centre Sankt Augustin. Furthermore the correlation between neurodevelopmental outcome and potential medical risk factors was investigated. In 104 patients aged two to twenty years the Kaufman-Assessment Battery for Children (K-ABC) respectively the Kaufman Adolescent and Adult Intelligence Test (German Version; K-TIM) was administered to assess intelligence. Motor function was measured by the Movement Assessment Battery for Children (M-ABC), visuospatial abilities by the Abzeichentest für Kinder (ATK) and attention by a Continuous Performance Task (CPT). Additionally behavioural outcome and health-related quality of life were assessed by two questionnaires (Child Behaviour Checklist, German Version [CBCL]; Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen [ILK]). Patients’ results were compared to those of 40 aged-matched healthy control subjects (M-ABC) or published norms (all other tests): Patients’ scored significantly lower on tests of intelligence, motor function and visuospatial abilities; parents reported significantly more behavioural problems. As to the attention test, the patients showed an average or above-average performance. Self-reported quality of life did not differ from the quality of healthy children. Concerning the potential medical risk factors, circulatory arrest and preoperative complications causing suboptimal brain perfusion (i.e. low cardiac output) correlated significantly negative with fluid intelligence. Overall, patients with functionally single ventricle hearts after a total cavopulmonary connection are at a high risk of neurodevelopmental delays and behavioural disorders. Early diagnostics and interventions seem to be necessary.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 27.10.2009