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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2009

Titel Guldgubber - Einblicke in die Völkerwanderungszeit
Autor Sharon Ratke
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Guldgubber sind kleine, geprägte Goldblechfiguren, die in ganz Skandinavien in Zentralsiedlungen, so genannten Central Places, gefunden wurden. Sie haben maximal eine Größe von ein mal einem Zentimeter und ihre Entstehungszeit wird auf 500-800 n. Chr. und damit in die jüngere Eisenzeit datiert. Die meisten Guldgubber wurde in Sorte Muld auf Bornholm in Dänemark bei einer Ausgrabung 1986-1987 geborgen; knapp 2300 entweder vollständig erhalten oder als Fragment. Andere bekanntere Fundorte sind Uppåkra (Schweden), Gudme/Lundeborg (Dänemark) und Helgö (Schweden). Auf allen Guldgubbern sind Motive abgebildet: einzelne Männer und Frauen, Paare, Schemen und vereinzelt Tiere. Bis lang gibt es keine Klassifikation der Guldgubber. In dieser Dissertation wurde zum ersten Mal eine Systematik der Guldgubben erarbeitet und eine einheitliche Klassifikation erstellt. Es konnten sieben Kategorien entsprechend den dargestellten Motiven gebildet werden: Männer [A], Frauen [B], Doppelgubber [C], Schemen [D], Tiere [E], Unidentifizierte [F] und Fragmente [G]. Die Kategorien A bis G, lassen sich in weitere Unterkategorien unterteilen: [A-I] sind beispielsweise Männer mit Sturzbecher, [C-III] sind Paare, die sich gegenseitig halten. Die Guldgubber werden einzeln mit arabischen Ziffern fortlaufenden katalogisiert, so dass sich jeder Goldblechfigur eine individuelle Nummer zu weisen lässt. Die konventionellen Interpretationen dieser Goldblechfiguren versuchten meist die anthropomorphen Figuren auf den Gubben wikingerzeitlichen Göttern namentlich zu zu weisen. Verschiedene Attribute, die mit den Personen abgebildet wurden, dienten der Zuordnung zu einzelnen Göttern mit teils wikingerzeitlich, teils christlichem Ursprung. So geschehen vor allem für die Doppelgubber, die zuerst von Gro Steinsland als das Paar Gerdr und Freyr aus der Skírnismál identifiziert wurden. Einzig Rudolf Simek entwickelte eine Interpretation, die nicht auf göttlichen Motiven beruhte, sondern auf einem Vergleich mit den Rechtsgesten aus dem Heidelberger Sachsenspiegel (cpg 164), um zu zeigen, dass Doppelgubber lediglich eine Munt-ehe zeigen und damit nicht notwendigerweise ein mythologisches Paar. Die in der Dissertation vorgestellten drei möglichen Thesen für die Bedeutung und Verwendung der Gulgubber sind folgende: 1. Guldgubber waren Votivgaben an höhere Mächte, 2. Guldgubber waren Rechtsdokumente und 3. Guldgubber wurden zum Gedenken an die Toten oder Reisenden benutzt. Bei der ersten These werden die einzelnen Motive der Guldgubber Wünschen zugeordnet, die den Wunsch oder die Bitte an höhere Mächte - die nicht zwingend mit den Göttern aus der Wikingerzeit übereinstimmen müssen - verbildlicht. Die zweite These zeigt in einem Vergleich mit dem Heidelberger Sachsenspiegel (cpg 164), dass die dort gezeigten Gesten, denen auf Guldgubbern sehr ähnlich sind. Somit könnten Guldgubber als Rechtsdokumente oder bei einer Besiegelung eines bedeutenden Rechtsaktes an einem Central Place verwendet worden sein, vorausgesetzt es gibt eine Kontinuität der Rechtsgesten über Jahrhunderte hinweg. Die dritte These basiert auf den Fundorten der Guldgubber, die in Häusern um Pfostenlöchern herum gefunden wurden und auf die hohe Anzahl an Schemen. So könnten die abgebildeten Personen Tote oder Reisende sein, derer gedacht wurde oder denen Wünsche für ihre Reise in die Welt oder ins Jenseits mitgegeben werden sollten. Egal welche These nun in die richtige Richtung weisen mag, eines ist sicher, dass die Guldgubber ein Zeugnis für eine hohe Kunstfertigkeit und das komplexe symbolische Denken der jüngeren Eisenzeit in Skandinavien sind.
Abstract Guldgubber - a glimpse into the younger iron age
Guldgubber are gold sheet figures of about one cm width and height, which are unearthed in Scandinavia, including Denmark, Sweden and Norway. The majority was found at so-called Central Places, like Sorte Muld (Denmark), Helgö (Sweden) or Gudme / Lundeborg (Denmark). They are dated to 500-800 a. D. the younger ironage. The biggest hoard of Guldgubber was found in Sorte Muld (Bornholm, Denmark) during the excavation in 1986-1987 with about 2300 Guldgubber - broken and intact ones. The guldgubber depict single men, women, couples, wraiths and animals. As there is no classification for the guldgubber so far, this PhD presents the first standarized classification of the whole corpus of guldgubber. There are seven categories: men [A], women [B], doublegubber [C], wraiths [D], animals [E], unidentified [F], and fragments [G]. Those categories are divisible into subcategories as [A-I] which are men with a Sturzbecher or [C-III] which is a couple holding each other. Every single guldgubbe ist numbered consecutively with arabic numbers, which gives every guldgubbe an individual number and makes description and recognition easier. The conventional interpretations of these guldgubber mostly tried to identify the depicted figures with viking age gods. Taking the attributes or gestures of the antropomorphic figures and comparing them to sources which are assumed to be from the viking age but may be of christian origin as well Gro Steinsland for example identified the doublegubber as the couple Gerdr and Freyr from the Skírnísmal. Rudolf Simek was one of the first scholars to give a non mythological interpretation, when he compared the guldgubber to the medieaval law text Heidelberger Sachsenspiegel (cpg 164). He could show parallels to the depicted munt-marriage and gave the guldgubber a rather legal than religious context. This PhD presents three hypothesis of the usage and meaning of the guldgubber: 1. Guldgubber as votive offerings to higher powers, 2. Guldgubber were used as documents in law context, and 3. Guldgubber were used in memory of the dead or travelling people. The first theorie assigns each guldgubber to a kind of wish or plea to the higher entities. The second thesis compares the gestures of the guldgubber with the Heidelberger Sachsenspiegel (cpg 164). It was possible to disclose a lot of paralells between both, although they are from quite different time periods. Assuming a continuity in the law gestures guldgubber could be law documents used for important contracts sealed at a Central Place. The third thesis is based on the archaeological data and the find circumstances of the guldgubber as well as the fact, that there are a lot of figures of the category [D] wraiths. The guldgubber were mostly found around postholes which suggests, that they were once fastend to the pole but must have droped. The depicted people could be dead or travelling people of whom should be thought of. Maybe the gubber should depict good wishes for the journey, either in the real world or into the other world. Whatever their real function was, the people of the Vendelperiod revealed in making the guldgubber a very clear artistic ability, a complex symbolic thinking and the ability to establish an interesting symbolic system, which has not been solved yet.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 16.10.2009