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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2009

 

Titel Metaanalytische Studien zu Intelligenz und Berufsleistung in Deutschland
Autor Jochen Kramer
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Der Zusammenhang von Allgemeiner Intelligenz und beruflichem Erfolg in Deutschland wird metaanalytisch untersucht. Drei Berufserfolgsbereiche werden betrachtet: a) berufsbezogene Lernleistung, gemessen mit Berufsschulnoten und betrieblichen Lernleistungsbeurteilungen (k = 210, N = 30451), b) spezifische Arbeitsleistung, gemessen mit subjektiven Fremdbeurteilungen (k = 18, N = 2739) und c) Karriereerfolg, der mit objektiven Einkommensmaßen (k = 7, N = 1980) und Beförderungs- und Positionsmaßen (berufliches Vorankommen; k = 9, N = 1817) operationalisiert wird. Um alle relevanten Studien berücksichtigen zu können - auch solche, die insignifikante Korrelationen nicht berichten - wird ein Substitutionsverfahren eingeführt, das auf den berichteten insignifikanten Korrelationen basiert. Die Brauchbarkeit des Verfahrens wird im Vergleich mit anderen Substitutionsverfahren und der Exklusion der betroffenen Studien eingeschätzt. Die Messungenauigkeiten der Intelligenz- und Kriterienerhebungen sowie die Varianzeinschränkung von Intelligenz werden korrigiert. Die metaanalytische Aggregation wird mit der Methode von Hunter und Schmidt (2004) durchgeführt.
Mit diesem Vorgehen kann gezeigt werden, dass Allgemeine Intelligenz kriterienvalide ist in Bezug auf berufliche Lernleistung (korrigierte Validität = .62), subjektiv bewertete Arbeitsleistung (.66), das Einkommen (.35) und berufliche Vorankommen (.33). Der positive Zusammenhang zwischen Intelligenz und den Erfolgsmaßen kann über verschiedene in Deutschland verwendete Intelligenztests und Leistungs- bzw. Erfolgsindikatoren sowie unterschiedliche Berufsgruppen generalisiert werden. Da die Varianzaufklärung jeweils unter 75% liegt, ist die Höhe der Zusammenhänge nicht generalisierbar, sondern von Moderatoreinflüssen abhängig. Moderatoranalysen werden durchgeführt, mit denen die Einflüsse verschiedener Testverfahren, Leistungskriterien, Berufskomplexitäten und Berufsgruppen auf Lernleistung untersucht werden können. Auch bei ihrer Berücksichtigung verbleiben mehr als 25% der Varianz zwischen den Studien ungeklärt.
Implikationen der Befunde für die weitere Forschung werden besprochen (z.B. zu welchen Testverfahren, Kriterien und Berufsgruppen Validierungsstudien fehlen) und die Bedeutung der Ergebnisse für Personalauswahl und -platzierung wird aufgezeigt.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 28.04.2009