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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2008

 

Titel Der Islam in Shaanxi: Geschichte und Gegenwart
Mit einer Untersuchung zum islamisch-christlichen Dialog in Zeiten der Globalisierung und des Ökumenismus
Autor Hu, Fan
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit, die in ihren Feststellungen auch auf ganz China bezogen werden kann, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Entwicklung des Islam in Shaanxi vom Beginn seines Eindringens während der Tang-Zeit bis zur Gegenwart mit seiner Glaubenspraxis und seinem kulturellen Beitrag in Shaanxi nachzuzeichnen sowie den Kontext eines möglichen Dialogs zwischen Islam und Christentum unter Aspekt der Globalisierung und des Ökumenismus sowie unter dem Einfluss der chinesisch-konfuzianischen Kultur darzustellen.
Um die Wahl des Themas der Arbeit zu erklären, ist besonders zu erwähnen, dass Shaanxi als Heimatprovinz des Verfassers eine wichtige, unersetzbare Rolle in der Geschichte des Islam in China spielte. Die in der Tang-Zeit als Metropole bezeichnete Hauptstadt Chang’an (Xi’an) war der Ausgangspunkt der auf den Karawanenstraßen durch Innerasien zum Mittelmeer führenden Seidenstraße, über die die ersten Muslime nach China kamen. Später war die Region der jetzigen Provinz Shaanxi das Zentrum der islamischen Kultur in der Tag-, Song- und Yuan-Zeit. Danach dehnte der islam sich von Chang’an aus und verbreitete sich allmählich über ganz China. Außerdem geschah es im Jahr 635, dass der nach Nestorius (um 381-451) als Patriarch von Konstantinopel (428-431) benannte Nestorianismus, der zu den altorientalischen Nationalkirchen gehört, mit Bischof Alopen aus dem Mittleren Osten nach China gelangte – so ist die Provinz Shaanxi in der Geschichte das zentrale Gebiet des Christentums in China gewesen.
Das Eindringen des Islam und seine Verbreitungs- und Entwicklungsgeschichte in China können folgendermaßen unterteilt werden: Erstens, die Phase des Eindringens und Aufkommens in der Tang-Zeit und während der Fünf Dynastien (7.-9. Jahrhundert); zweitens, die Phase der Expansion und Entwicklung unter der Song-, Yuan- und Ming-Zeit (10.-16. Jahrhundert); drittens, die Konfrontations- und Schwächephase während der Qing-Zeit (1644-1911); viertes, die Überlebensund Wiederauflebensphase nach der Gründung der Volksrepublik (seit 1949). In der Durch Globalisierungsprozesse geprägten Gegenwart kann das Wiederaufleben des Islam und der muslimischen Gesellschaft seit den 1980er Jahren in China mit Unterstützung durch ausländischmuslimische Gemeinschaften möglicherweise zu einer ernsten Herausforderung und sogar zu einer Bedrohung für die Stabilität Chinas werden, wenn die Feindseligkeiten zwischen der islamischen und der außerislamischen Welt immer größer und tiefer werden sollte.
Zu methodischen Vorgehensweise: der Forschungsgegenstand soll sowohl aus sinologischer und islamwissenschaftlicher als auch aus soziologischer und religionswissenschaftlicher Sicht betrachtet und außerdem mit einem linguistischen, theologischen und religionsanalytischen Ansatz untersucht werden. Bei der Darstellung von Geschichte, Entwicklung, Inkulturation, Glaubenslehre und -praxis des Islam sowie seines Beitrags zur Kultur in Shaanxi (bzw. in China) werden historische, ethnologischen, soziologischen und islam- und religionswissenschaftliche Theorien der Motivationsforschung zur Anwendung kommen. Die Untersuchung des Dialogs zwischen Islam und Christentum unter dem Gesichtspunkt der Globalisierung und des Ökumenismus wird außer den Fachgebieten wie Historie, Vergleichende Religionswissenschaft und Theologie auch mit soziologischen und religionsphilosophischen Methoden analysiert. Zu weitergehenden Erklärungsgründen bezüglich der Stellung der Frauen in der islamischen Welt und in China sowie bezüglich der Beziehungen zwischen Islam und Christentum sollen historische, ethnologische, sozialethische, theologische und religionsphilosophische Theorien in die Reflexionen einbezogen werden. Außerdem wird die prognostizierte Entwicklungsorientierung des Islam in Shaanxi soziologisch und philosophisch-analytisch bearbeitet.
Inwieweit aber ein islamisch-christlicher Dialog in Shaanxi herausbilden und entwickeln wird, hängt jedoch nicht nur von der Religionspolitik der Regierung, sondern auch von Möglichkeiten und Chancen auf politischer und religiöser sowie auf kultureller und sozialer Ebene ab, die die engagierten Muslime und Christen bewusst im Interesse eines gemeinsamen Handelns suchen müssen. Dieser hierüber geforderte Dialog ist ein Dialog ohne Alternative, der aber zum Frieden der Welt und zur Einigkeit der Menschheit führen kann.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2008