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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2008

 

Titel Studienerfolgsprognose in der Bundeswehr
Evaluation vorhandener und zukünftiger Prädiktoren
Autor Larissa Krex
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Der Offizierberuf stellt an sich und angesichts des veränderten und gestiegenen Aufgabenspektrums einer Einsatzarmee und aufgrund knapper Ressourcen sowie operativer, organisatorischer, verfahrenstechnischer und technologischer Entwicklungen in erhöhtem Maße massive Ansprüche an ein Auswahlsystem. Dazu zählt neben der Bewertung der allgemeinen Offiziereignung die Eignung zum Diplomstudium an einer der beiden Universitäten (UniBw) oder an der Fachhochschule der Bundeswehr. Der Gruppe Wehrpsychologie im Streitkräfteamt wurde im Herbst 2004 das Langzeitprojekt „Entwicklung geeigneter Prädiktoren zur Vorhersage der Studieneignung an den UniBw“ auf Weisung des Bundesministeriums für Verteidigung übertragen. Übergeordnetes Ziel ist die Senkung der Abbruchquoten an den UniBw. Durchschnittlich bricht circa ein Drittel der studierenden Offizieranwärter nach einer bereits absolvierten mindestens 15-monatigen militärischen Offizierausbildung das Studium ab und scheidet kurze Zeit später aus der Bundeswehr aus.
Wesentliches Ziel der vorliegenden Arbeit war die Optimierung der Studienberatung im Eignungsfeststellungsverfahren der Offizierbewerberprüfzentrale mittels einer studienfachspezifischen Reihungstestbatterie für die Studienfelder Geistes-, Ingenieur-, Wirtschaftswissenschaften und Informatik. Die Folgerungen erheben den Anspruch, eine langfristige Orientierungs- und Entscheidungshilfe bei Einführung neuer und Veränderung bestehender Eignungsfeststellungsverfahren für die Zielgruppe zukünftiger Offiziere zu liefern. Zu diesem Zweck wurde die Zusammenstellung und Entwicklung eines computergestützten Testverfahrens mit Modellcharakter, deren Evaluation und nähere Betrachtung kognitiver wie nicht-kognitiver und moderierender Einflussfaktoren geleistet. Im Mittelpunkt der Evaluation stand die Ermittlung der Testgütekriterien Reliabilität, Konstrukt- und prädiktive Validität sowie Akzeptanz des Verfahrens. Die Voraussetzung einer vorhandenen Reliabilität für die Validität wurde mit Ausnahme des spezifischen Testteils des Fachbereichs Informatik und der beiden neu entwickelten Textverständnisaufgaben für den geisteswissenschaftlichen Anteil für alle Testbatterien bestätigt werden. Die Ergebnisse belegten ferner, dass sich Konstruktvalidität hinreichend nachweisen lässt. Die Analysen zum nomologischen Netzwerk deckten das Vorhandensein konvergenter wie diskriminanter Validität für die Persönlichkeitsfragebögen auf. Die Untersuchungen zur prädiktiven Validität unterstützen insbesondere die Bedeutsamkeit weicher Faktoren wie Persönlichkeitseigenschaften und Arbeitshaltungen. Gestützt wird außerdem die hohe Prädiktorkraft der Abiturnote. Berechnungen zum Einfluss moderierender Hintergrundvariablen deckten positive Korrelationen zwischen Kürze der Studienzeit und Studienerfolg auf. Im Unterschied zu Evaluationsuntersuchungen des Auswahlverfahrens in der OPZ fand sich kein Einfluss der Variable Geschlecht, TSK oder soziokultureller Hintergrund auf den Studienerfolg. Die Akzeptanz des untersuchten Auswahlverfahrens ist als sehr hoch zu bezeichnen.
Mögliche Konsequenzen für die weitere Forschung und Implikationen für die Praxis in und außerhalb der Bundeswehr werden diskutiert.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2008