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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Diffusionsgewichtete Magnetresonanztomographie bei 3.0T in der Diagnostik des akuten und subakuten ischämischen Insultes
zwei intraindividuelle Vergleichsstudien
Autor Sunhild Maria Gernert
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die beiden Studien zur Hochfeld-MR-Diffusionsbildgebung haben gezeigt, dass die 3.0T-echoplanare Einzelpuls-Diffusionsbildgebung sowohl ohne, als auch in Kombination mit Sensitivity Encoding in der Diagnostik des subakuten ischämischen Insultes technisch gut durchführbar ist. Die in der 3.0T-Diffusionsbildgebung deutlich stärker ausgeprägten Bildverzerrungen können im Vergleich zur 1.5T-Diffusionsbildgebung die Diagnostik behindern, vor allem wenn es um ischämische Läsionen in der hinteren Schädelgrube und im Bereich des Hirnstamms geht. Deshalb sollte die 3.0T-Diffusionsbildgebung immer in mindestens zwei Ebenen durchgeführt werden, um falsch negative Befunde zu vermeiden, sofern keine Techniken zur Verminderung der Suszeptibilitätsartefakte verfügbar sind (wie beispielsweise parallele Bildgebung). Beste Resultate in der 3.0T-Diffusionsbildgebung hinsichtlich Bildqualität und der Anzahl an differenzierten ischämischen Läsionen wurden in dem Bereich zwischen b=1000 s/mm² und b=1570 s/mm² erreicht.
Durch die Steigerung der Magnetfeldstärke konnten in der 3.0T-Diffusionsbildgebung die SNR (signal-noise-ratio) und besonders die CNR (contrast-noise-ratio) der ischämischen Läsionen signifikant verbessert werden. Die erhöhten CNR machten es möglich, auch kleine mikroembolische Läsionen zu diagnostizieren, die in der 1.5T-Diffusionsbildgebung nicht darstellbar waren. Dadurch stieg die Sensitivität für ischämische Läsionen von 73% in der 1.5T-Diffusionsbildgebung auf 98% in der 3.0T-Diffusionsbildgebung. Es wurden aber durch das Vorliegen weiterer Läsionen alle Patienten mit ischämischen Läsionen auch in der 1.5T-Diffusionsbildgebung richtig diagnostiziert. Vermutlich wird der Sensitivitätsanstieg, der durch die Steigerung der Magnetfeldstärke von 1.5T auf 3.0T bewiesen werden konnte, doch in der Zukunft bei einigen Patienten von klinischer Relevanz sein. Größere Studien mit vorwiegend Patienten in der akuten und hyperakuten Phase eines ischämischen Insults oder Patienten mit typischem Risikoprofil für einen ischämischen Insult könnten weitere Ergebnisse zu dieser Frage liefern. Danach könnte auch eine Aussage darüber gemacht werden, ob die höhere Sensitivität in der 3.0T-Diffusionsbildgebung Veränderungen im therapeutischen Bereich nach sich zieht.
Mit dem Einsatz von Sensitivity Encoding in der 3.0T-Diffusionsbildgebung konnte eine signifikante Verbesserung der Bildqualität verglichen mit der konventionellen Dffusionsbildgebung bei 3.0T erzielt werden. Vor allem durch Suszeptibilitätseffekte hervorgerufene Bildverzerrungen traten deutlich seltener auf. Die bei SENSE etwas niedrigeren SNR wirkten sich nicht negativ auf die diagnostische Sicherheit aus, mit der Läsionen mit ADC-Veränderungen differenziert oder ausgeschlossen werden konnten. Im Gegenteil wurde die diagnostische Sicherheit in der SENSE-Diffusionsbildgebung durchschnittlich sogar als etwas besser beurteilt. Läsionen konnten sicherer diagnostiziert oder ausgeschlossen werden. Dadurch erklärt sich auch die Tatsache, dass in der konventionellen 3.0T-Diffsusionsbildgebung bei insgesamt 5 von 85 Patienten (6%) falsche Diagnosen gestellt wurden (3 falsch negative, 2 falsch positive), in der SENSE-Diffusionsbildgebung jedoch bei allen 85 Patienten nur richtige Diagnosen gestellt wurden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007