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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Zervixlängenmessung in Kombination mit biochemischen Markern zur Prädiktion der Frühgeburtlichkeit bei asymptomatischen Schwangeren
Autor Lisa Cerasani-Pieper
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Das Ziel dieser Arbeit war es zu überprüfen, ob durch eine Kombination verschiedener diagnostischer Methoden eine bessere Prädiktion der Frühgeburtlichkeit gelingen kann.
Auch in unserer Studie konnte eine Frühgeburtenrate von 10% bestätigt werden. Bei dem ausgewählten Patientenkollektiv handelte es sich um ein „niedrig-Risiko-Kollektiv“, dementsprechend kam es auch nur zu wenigen Frühgeburten vor der 32. SSW (0,85%). Bemerkenswert hoch war die Frühgeburtenrate mit 17% bei den Patientin-nen mit einem anamnestischen Risiko, so dass das anamnestische Risiko als wichtiger Risikofaktor bestätigt werden konnte.
Wie in verschiedenen vorausgehenden Studien konnten wir in unserer Arbeit eine signifikante positive Korrelation zwischen der Zervixlänge und dem Entbindungszeitpunkt in der 19.-27. SSW und in der 28.-34. SSW aufzeigen. In der 13.-18. SSW konnte dieser Zusammenhang nicht eruiert werden, demnach ist die TVS-Messung der Zervix in diesem Schwangerschaftszeitraum zur Vorhersage einer möglichen Frühgeburt nicht geeignet. Im Verlauf kam es zu einer physiologischen Verkürzung der Zervixlänge, die schneller und ausgeprägter bei den Patientinnen mit einer Risikoanamnese verlief. Das Verteilungsmuster der Zervixlängen entsprach dem einer Gauß-Normalverteilungskurve. Bei einer Zervixlänge ≤ 30 mm konnte der durchschnittlich niedrigste Entbindungszeitpunkt in allen Gruppen bestimmt werden. Wir konnten zur Vorhersage eines erhöhten Risikos für eine Frühgeburt einen cut-off-Wert in der 19.-34. SSW von ≤ 30 mm eruieren. Das relative Risiko für eine Frühgeburt bei einer Zervixlän-ge ≤ 30 mm lag in U2 bei 5,6 und in U3 bei 4,5.
Die in der Literatur beschriebene Prävalenz von 10-20% für eine bakterielle Vaginose in der Schwangerschaft konnten wir hingegen in unserer Arbeit bei einer nur geringen Anzahl diagnostizierter BV (4,5%) nicht bestätigen. Allerdings wurden durch unseren angewandten BVBlue®-Schnelltest keine Mycoplasmen erfasst. Ferner wurde in der Frühgeburtengruppe und in der Patientengruppe mit einem anamnestischen Risiko doppelt so häufig wie im Gesamtkollektiv eine BV diagnostiziert (8,5% und 8,5%). Somit wurde eine Assoziation zwischen vaginaler Infektion und Frühgeburtlichkeit, trotz niedriger Fallzahl, aufgezeigt.
Ein nicht-linearer Anstieg der Speichelestriolkonzentration mit einer Zunahme der Kon-zentration bis auf über 150% konnte wie in vorangehenden Studien beobachtet werden. Es konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen Patientinnen mit Frühgeburten, Termingeburten und Patientinnen mit einem anamnestischen Risiko festgestellt werden. Die Speichelestriolmessung zur Vorhersage einer drohenden Frühgeburt hat sich nach unseren Ergebnissen demnach nicht als geeigneter Marker erwiesen. In unserer Arbeit konnte kein Vorteil einer Kombination der Zervixlängenmessung mit Bestimmung des Estriolspiegels zur Vorhersage der Frühgeburtlichkeit festgestellt wer-den. Ein früherer Entbindungszeitpunkt bei Patientinnen mit einer kurzen Zervixlänge und einem hohen E3-Spiegel und umgekehrt konnte nicht eruiert werden. Ebenso fand sich keine Korrelation zwischen dem Nachweis einer BV und erhöhten E3-Werten.
Wir konnten aber zeigen, dass bei einer kurzen Zervixlänge bei gleichzeitig bestehender BV das Risiko für eine Frühgeburt steigt, bzw. dass eine BV in der Frühschwangerschaft (13.-18. SSW) mit einer kürzeren Zervixlänge in den späteren Schwangerschaftswochen assoziiert ist.
Durch diese Arbeit konnte dargestellt werden, dass die sonographische Zervixlängen-messung ein objektives Maß zur Risikobeurteilung hinsichtlich einer Frühgeburt ist. Das Vorkommen einer bakteriellen Vaginose zeigte sich doppelt so häufig bei Patientinnen die vor der 37. SSW entbanden und / oder ein anamnestisches Risiko aufwiesen. Eben-falls konnte durch eine Kombination dieser beiden Frühgeburtsmarker eine bessere Prädiktion der Frühgeburtlichkeit gelingen. Fehlende Signifikanzen in der Auswertung einzelner Untergruppen sind auf die z.T. sehr kleinen Gruppengrößen zurückzuführen.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007