Hinweis zum Urheberrecht| Allgemeine Informationen | FAQ
Beim Zitieren dieses Dokumentes beziehen Sie sich bitte immer auf folgende URN: urn:nbn:de:hbz:5M-11945

Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Inhibition oder Alexithymie? Emotionale Regulation bei chronischem Schmerz
eine Studie zu psychosomatischen Prozessen bei chronischen Schmerzpatienten
Autor Christiane Heck geb. Bausch
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Nach Durchsicht der aktuellen Literatur wurden folgende Hypothesen aufgestellt: Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung weisen eine höhere Inhibition, höhere Alexithymiewerte, eine erhöhte psychische Belastung, höhere Somatisierungstendenzen, eine höhere Unsicherheit im Sozialkontakt und eine erhöhte Depressivität auf als chronisch organische Schmerzpatienten oder gesunde Personen.
Methode: Mit Hilfe von fünf Instrumenten (Demographischer Fragebogen, Fragebogen zur Schmerzbeschreibung, SCL 90-R, TAS-20 und Geheimnnisfragebogen) wurden chronische Schmerzpatienten mit hinreichendem organischem Korrelat, chronische Schmerzpatienten mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und gesunder Probanden miteinander verglichen.
Ergebnisse: Die chronischen Schmerzpatienten unterscheiden sich nicht voneinander. Die Inhibition ist bei beiden Gruppen chronischer Schmerzpatienten signifikant erhöht. Alexithymie zeigt in der Gruppe der Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung einen erhöhten F3 Wert, die allgemeine Psychopathologie ist bei allen chronischen Schmerzpatienten signifikant erhöht. Beide Gruppen chronischer Schmerzpatienten zeigen hoch signifikant höhere Somatisierungstendenzen und Depressivität.
Bezüglich der Unsicherheit im Sozialkontakt zeigt sich kein Unterschied innerhalb der drei Gruppen.
Diskussion: Chronischer Schmerz sollte als ein multidimensionales Geschehen angesehen werden. Es besteht eine große Schwierigkeit die chronischen Schmerzpatienten in „organisch“ oder „somatoform“ einzuteilen.
Chronische Schmerzpatienten inhibieren mehr als Gesunde. Eventuell entwickeln sie durch die Unterdrückung der natürlichen Tendenz, sich jemandem zu offenbaren, Stress, welcher zu vermehrten physiologische Begleitreaktionen führt und es dann durch höhere Somatisierungstendenzen zur Schmerzchronifizierung kommt. Therapeutisch könnte eine „Selbstöffnung“ in gesprochenem oder geschriebenem Wort im Vordergrund stehen, verbunden mit einer Verhaltenstherapie.Unter chronischen Schmerzpatienten fand sich eine zumindest partiell höhere Alexithymie im Vergleich zu Gesunden. Nach dem Dysregulationsmodell kommt es durch die unbewusste massive Hemmung von Gefühlen zu einer Störung innerhalb eines fein regulierten Zusammenspiels verschiedener Subsysteme im Gehirn, welche zu körperlichen Symptomen wie beispielsweise Schmerz führen kann. Verschiedene Therapieoptionen wie beispielsweise die modifizierte Selbstöffnung, die Kombination aus Selbstöffnung und Emotionsdidaktik, die kognitive- und Verhaltenstherapie sollten weiter untersucht werden. Chronische Schmerzpatienten weisen eine allgemein höhere Psychopathologie auf als Gesunde. Dieses Ergebnis stimmt mit früheren Untersuchungen überein. Chronische Schmerzpatienten somatisieren mehr als Gesunde. Eventuell könnte so eine unbewusste Exprimierung negativer Gefühle stattfinden. Es war kein Unterschied innerhalb der drei Gruppen bezüglich der Unsicherheit im Sozialkontakt festzustellen. Dieses Ergebnis kann unter Einbezug des zu erwartenden Ergebnisses als Bestätigung der fünften Hypothese gewertet werden. Es konnte konsistent zu früheren Studien ein positiver Zusammenhang zwischen chronischem Schmerz und Depressivität dargestellt werden.
Komplette Version pdf-Dokument (2,5 MB) Hier können Sie den Adobe Acrobat Reader downloaden

© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007