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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Henry James’ The Wings of the Dove (1902)
Rekonstruktion und vergleichende Interpretation eines intermedialen Adaptationskomplexes
Autor Janine Olzem
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Henry James’ Spätwerk The Wings of the Dove (1902) erfreute sich nie einem breiten Rezipientenkreis. Lange Schachtelsätze, endlos erscheinende Monologe und eine fehlende Erzählinstanz ließen mehrere Lesergenerationen an der Lektüre verzweifeln, welche vor diesem Hintergrund erst recht kein vielversprechendes Material für eine audiovisuelle Darstellung zu sein scheint.
Umso erstaunlicher, dass bis dato dreizehn Adaptationen erschienen sind, die Henry James’ Roman für die Bühne oder den Bildschirm bearbeitet haben. Doch abgesehen von der populären Iain Softley-Produktion aus dem Jahr 1997 blieben die meisten Transpositionen bislang unbeachtet, obwohl der Roman auf eine plurimediale Transpositionshistorie zurückblickt: seit der ersten Theaterfassung von 1952 haben sich sowohl Bühne, Film und Fernsehen, als auch nachfolgende Schriftsteller von der Intrige um eine todkranke Erbin inspirieren lassen.
Eine Studie, welche die breite Palette filmischer, szenischer und literarischer Bearbeitungen vollständig und systematisch erfasst sowie weiterführend in einen vergleichend-analytischen Kontext bettet, stellt bislang ein Desiderat der Forschung dar. Die vorliegende Dissertation versteht sich deshalb als exemplarischer Beitrag zur Rekonstruktion und zur vergleichenden Interpretation eines auf Henry James’ spätem Roman basierenden Medienkomplexes, dessen breite Palette filmischer, szenischer und literarischer Bearbeitungen bislang weder methodisch erfasst, noch eingehend erforscht wurde.
Die Dissertation wird einen Überblick über den internationalen Auswahlkatalog verschaffen, dem The Wings of the Dove zugrunde liegt und dabei die unterschiedlichen Realisationen in Hinblick auf ihre jeweiligen filmischen oder szenischen Darstellungsmöglichkeiten analysieren. Zugleich werden jene medienspezifischen Beschränkungen untersucht, denen Film, Fernsehen, Theater und Oper in je unterschiedlicher Gewichtung unterworfen sind.
Ziel der vorliegenden Studie ist zu zeigen, dass die audiovisuellen Bearbeitungen von The Wings of the Dove ein unübersehbar reichhaltiges Adaptationspotential bergen. In medienkomparatistischen Einzelanalysen wird beleuchtet, dass die Wahl eines bestimmten Transpositionsmediums nicht nur als Interpretation der Vorlage zu verstehen ist, sondern auch als eigenständige ästhetische Produktion, deren kulturelle Sinnkonstitution mit dem Verstehen sozialhistorischer Kontexte einhergeht. Dreizehn Versionen eines Stoffs belegen, dass die Vorstellung einer intakten und universellen Transplantation in ein anderes Medium utopisch ist. Jede Arbeit setzt eigene und auch neue Akzente dominant und wird somit als Beitrag zur Rezeptionsgeschichte der buchliterarischen Vorlage verstanden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007