Hinweis zum Urheberrecht| Allgemeine Informationen | FAQ
Beim Zitieren dieses Dokumentes beziehen Sie sich bitte immer auf folgende URN: urn:nbn:de:hbz:5M-11394

Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Klinische Studie über die Wirkung der Großen Eigenblutbehandlung mit Ozon auf die Befindlichkeit von Patíenten mit Chronischem Müdigkeitssyndrom
Autor Wilfried Jürgen Müller
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die medizinische Ozonanwendung wurde bisher allein aufgrund von Erfahrungswerten durchgeführt. Unter den vielfältigen Applikationsformen hat sich die Große Eigenblutbehandlung mit Ozon (GEBO) inzwischen als einfach zu handhabende Therapieform bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen herausgestellt.
Mangels der Verfügbarkeit kontrollierter randomisierter Studien zur Wirksamkeit der GEBO verweisen Kritiker der Ozontherapie auf den Placeboeffekt. Ließe sich die GEBO jedoch hinsichtlich ihrer Effektivität mit Standardpharmaka wie z. B. Zytokininduktoren vergleichen, so wäre sie angesichts vergleichsweise sehr geringer Nebenwirkungen und bei fehlender Toxizität als alternative Therapieform erwägenswert.
Die vorliegende Arbeit prüft mit einer placebokontrollierten, randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie den Therapieeffekt der GEBO bei Patienten mit chronischem Müdigkeitssyndrom mit zwei unterschiedlichen Ansätzen:
So wurde der Einfluss der GEBO auf das aktuelle allgemeine Befinden der Patienten anhand zweier validierter klinischer Selbstbeurteilungsskalen untersucht. Sowohl bei der Befindlichkeitsskala (Hauptzielkriterium) als auch bei der Beschwerdenliste nach von Zerssen, die von den Patienten vor und nach jedem Theraapiezyklus ausgefüllt wurden, ergaben sich nach dem Zyklus mit Ozon, nicht jedoch nach dem Placebozyklus mit Sauerstoff signifikant niedrigere Werte, d. h. eine Verbesserung der Befindlichkeit bzw. des Beschwerdebildes.
Die GEBO soll die Abgabe von Sauerstoff an das Gewebe der kapillären Endstrombahn erleichtern. Dafür wurden mit einem spektrophotometrischen Verfahren (EMPHO II) die intrakapilläre Hämoglobinoxigenierung und die relative Hämoglobinkonzentration gemessen und der intrakapilläre O2-Gehalt der Haut wärend der 1. und 10. GEBO- bzw. GEBS- Therapiesitzung berechnet.
Es lässt sich beim Vergleich der Blutentnahme- mit der Transfusionsphase sowohl bei der intrakapillären Oxigenierung als auch bei der relativen Hämoglobinkonzentration und dem daraus errechneten O2-Gehalt ein signifikanter Abfall im Verum-Zyklus beobachten, aber nur in der 10., jedoch nicht in der 1. Sitzung und auch nicht im Placebo-Zyklus.Hiermit wird die Hypotese einer durch die GEBO erleichterten Abgabe von O2 an das Gewebe des kapillären Stromgebietes gestützt. Da sich dieser Trend jeweils erst am Ende eines Zylus abzeichnet, ist ein Summationseffekt der Therapiesitzungen zu vermuten.
Die vorliegende Pilotstudie zeigt somit, dass die bekannte günstige, allerdings nicht nachhaltige Wirkung der GEBO auf das Allgemeinbefinden der Patienten zu objektivieren ist und nicht allein auf einen Placeboeffekt zurückgeführt werden kann.
Komplette Version pdf-Dokument (4 MB) Hier können Sie den Adobe Acrobat Reader downloaden

© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007