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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Ergebnisse und Komplikationen der Ureterorenoskopischen Litholapaxie (URL)
eine retrospektive Untersuchung
Autor Hakan Öztas
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die Ureteroskopische Litholapaxie ist seit Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts als etabliertes Therapieverfahren in die Urologie eingeführt.
Mit zunehmender Verbesserung der ESWL entstand natürlich auch eine Konkurrenz zur URL. In manchen Zentren werden inzwischen über 90 % aller Harnleitersteine einer ESWL, mit angegebenen Erfolgsraten um 94 %, zugeführt.
Bei tiefen Harnleitersteinen wird jedoch die Ortungsmöglichkeit für die ESWL problematisch, so daß bei dieser Steinposition der Ureteroskopischen Litholapaxie der Vorzug gegeben werden sollte.
In der Klinik für Urologie und Kinderurologie des St.-Agnes-Hospitals Bocholt wurde von 7/85 bis 12/99 bei 531 Patienten mit Harnleitersteinen eine URL durchgeführt. Bei 28 dieser Patienten ließ die Ureteroskopie keinen Stein mehr nachweisen. Erfolgskriterium der URL war in erster Linie der Nachweis der Steinfreiheit. Die Harnleitersteinextraktion erfolgte entweder in toto oder nach Ureteroskopischer Lithotripsy. Somit ist für die Bocholter Patienten eine Steinfreiheitsrate von 76,3 % erreicht worden.. Obwohl die ESWL teilweise sehr gute Steinfreiheitsraten erreicht, ist schon deshalb auf die URL nicht zu verzichten, weil nach ESWL-Behandlung häufig eine Steinstraße nur mit diesem endo-urologischem Eingriff zu entfernen ist.
Auch impaktierte Harnleitersteine sind mittels ESWL nicht komplett zu desintegrieren und zum Abgang zu bringen. Erst die URL ist in dieser Situation eine effektive Methode. Die meisten Komplikationen waren leichterer Art und heilten folgenlos ab. Zu den schweren Komplikationen ist die Harnleiterperforation zu zählen, die bei 79 Patienten (15 %) auftrat. Am häufigsten fand sich diese im mittleren Harnleiterdrittel (43,3 %), im oberen Harnleiterdrittel nur in 16,4 %,. Im unteren Harnleiterdrittel jedoch ebenfalls in fast 40 %.
Schleimhautabschiebungen durch URL waren vor allem bei größeren Harnleitersteinen (mehr als 6 mm Durchmesser) zu beobachten und links häufiger als rechts zu finden. Bei Harnleitersteininkarzerationen kam es mehr als doppelt so häufig zu Harnleiterperforationen nach URL. Die großen Kaliber der Ureterenoskope (11 Ch.) waren häufiger mit Komplikationen verbunden, als die kleineren. Das höchste Komplikationsrisiko (Blutungen, Perforationen) ließ sich nach Einsatz der elektrohydraulischen Sonde (Riwolith) feststellen.
Lag eine Harnleiterperforation vor, wurde durchschnittlich 12 Tage der Harn aus dem Nierenbecken über Harnleiterstent abgeleitet. Spätkomplikationen (Harnleiterstrikturen, vesikoureteraler Reflux) waren im Bocholter Patientengut nicht aufgetreten.
Als Resümee der retrospektiven Studie kann konstatiert werden, daß die Ureteroskopische Litholapaxie eine unverzichtbare Methode zur Behandlung von Harnleitersteinen und in geübten Händen besser als andere Behandlungsmethoden ist. Sie hat eine optimale Steinfreiheitsrate und ist nur von einer kurzen stationären Behandlungsdauer gefolgt.
Im Vergleich mit anderen Methoden der Harnleitersteintherapie bleibt die URL aufgrund der guten Ergebnisse die 1. Wahl bei unteren und mittleren Harnleitersteinen. Bei Harnleitersteinen im oberen Drittel müßte individuell abgewogen werden, ob die ESWL die geeignetere Behandlungsmethode ist.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007