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Philosophische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Historische Demographie mittels Familienrekonstitution
Die Bevölkerung des Monschauer Landes im 19. Jahrhundert
Autor Alexander Schmalz
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Das Monschauer Land des 19. Jahrhunderts besteht aus der Stadt Monschau und den umliegenden Dörfern, die untereinander in regem Austausch stehen und stark miteinander verflochten sind, aber aufgrund ihrer geographischen Lage von der weiteren Umgebung weit gehend separiert sind. Die Untersuchung fokussiert einen Zeitraum von 70 Jahren (1806 bis 1875) und betrachtet dabei eine Zeit des gesellschaftlichen Wandels mit einer zu Beginn starken Textilindustrie, die aber, bedingt durch die abgeschiedene Lage des Monschauer Landes, letztlich mit der Entwicklung nicht Schritt halten kann.
Abgesehen von wenigen Berichten, beispielsweise in Form von Tagebuchaufzeichnungen, bleibt die Geschichte des größten Teils der Bevölkerung im Dunkeln. Untersuchungen von Einzelschicksalen anhand derartiger Quellen sind eher zufälliger Natur. Lediglich in Zivilstandsurkunden, die für das gesamte 19. Jahrhundert vorliegen, werden Angaben zu jeder einzelnen Person gemacht. Zwar finden sich hier nur wenige Eckdaten des Lebens – Geburten, Hochzeiten, Sterbefälle –, diese sind aber unabhängig vom gesellschaftlichen Stand für die gesamte Bevölkerung festgehalten. Diese Vollständigkeit erweist sich als hilfreich, einen Einblick in die Geschichte zu erhalten, der weit über Einzelbeobachtungen hinausgeht. In dieser Arbeit wird gezeigt, welche Erkenntnisse durch das Studium primärer Quellen, in diesem Fall den Zivilstandsurkunden, gewonnen werden können. Einfachstes Datenmaterial, bestehend aus Datumsangaben und Namen, dient als Grundlage für die Durchführung von Familienrekonstitutionen. Hierzu werden Angaben aus den Zivilstandsurkunden jeweils für eine Kernfamilie zusammengetragen und miteinander verknüpft. Dieser innerdemographisch-mikrohistorische Ansatz bietet die Möglichkeit, zusammen mit zusätzlichen Personendaten zu Beruf, Herkunft und Todesursache, umfassende Untersuchungen vorzunehmen. Darauf fußende statistische Berechnungen sind nicht nur abstraktes Zahlenmaterial, sondern ein echtes Abbild des Lebens der Bevölkerung und geben die Möglichkeit, ökonomische und kulturelle Einflüsse auf ihr Leben aufzudecken.
Den Hauptteil der Arbeit bilden die innerdemographischen Untersuchungen unter Verwendung der Daten aus den durchgeführten Familienrekonstitutionen. In drei übergeordneten Kapiteln werden, gemäß der in den Zivilstandsurkunden festgehaltenen Eckpunkte des Lebens – Heiraten, Geburten und Sterben –, Aspekte des Heiratsverhaltens, der Fruchtbarkeit und der Sterblichkeit eingehender beleuchtet. Mittels dieser Methode werden umfangreiche Kenntnisse gewonnen, die anhand von tabellarischen Auflistungen der Personendaten nicht ersichtlich wären. So lässt sich beispielsweise die komplexe Abhängigkeit von Säuglingssterblichkeit, dem Alter der Mutter, dem Geburtenabstand und dem Überleben des vorangegangenen Säuglings darstellen. Mittels der Geburtenabstände kann die Fruchtbarkeit erforscht werden, obwohl keine Daten über die Gesamtbevölkerung vorliegen. Durch eine einfache Verknüpfung zwischen Berufsangabe und Entfernung zum Herkunftsort der Ehepartner können schichtspezifische Merkmale für die Partnerwahl aufgedeckt werden. Um eine Vergleichbarkeit mit anderen Untersuchungen zu gewährleisten, sind die Diagramme und Tabellen in Berechnung und Darstellung weitestgehend an Arbeiten von Knodel und Wrigley angelehnt.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007