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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Lipopolysaccharid-bindendes Protein (LBP) als Infektionsparameter bei onkologischen Patienten im Kindes- und Jugendalter
Autor Charlotte Bettina Amann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Geeignete Infektionsparameter bei onkologischen Patienten sind rar. In jüngster Zeit hat sich das Lipopolysaccharid-bindendes Protein (LBP) als brauchbarer Parameter in der Diagnostik schwerer Infektionen bei immunkompetenten Patienten erwiesen. Ziel dieser Studie war die Untersuchung der diagnostischen Wertigkeit von LBP bei immunsupprimierten onkologischen Patienten im Kindes- und Jugendalter.
In dieser Studie wurde LBP seriell bei 348 Fieberepisoden bei granulozytopenischen Patienten sowie einmalig bei 30 afebrilen granulozytopenischen Patienten und bei 177 Patienten mit onkologischer Neu-/Rezidivdiagnose als Kontrollgruppen bestimmt und mit dem CRP verglichen. Die LBP-Bestimmung erfolgte mittels eines Festphasen-Chemilumineszenz-Enzymimmunoassays (LBP Immulite®, DPC Biermann) retrospektiv in Serum- und Plasmaproben. Die Fieberepisoden wurden nach Art und Ort der Infektion klassifiziert in: Fieber unklarer Genese (FUO), grampositive Bakteriämie, gramnegative Bakteriämie, lokalisierte Infektionen und Infektionen der tiefen Atemwege.
Während der Fieberepisoden wurden am Tag 1 ein medianer LBP-Wert von 34 µg/ml (Streubreite 0.5-200 µg/ml) und ein medianer maximaler LBP-Wert von 43,8 µg/ml (Streubreie 1-200 µg/ml) bestimmt. Der maximale LBP-Wert trat im Median am Tag 2 (Streubreite Tag 1-28) auf. Beim Vergleich des LBP der Fieberepisoden und mit dem LBP der anderen diagnostischen Gruppen (afebrile Patienten: median 19.6 µg/ml, Streubreite 7.3-76.9 µg/ml; Neu-/Rezidivdiagnose: median 21.3 µg/ml, Streubreite 0.5-188 µg/ml) zeigte sich sowohl für das LBP am Tag 1 und für das maximale LBP ein signifikanter Unterschied zu beiden Gruppen (p≤0.008). Beim Vergleich der Fieberepisoden untereinander wurden die höchsten Werte bei gramnegativer Bakteriämie, gefolgt von Infektionen der tiefen Atemwege und grampositiver Bakteriämie, gesehen. Bei den Episoden mit lokalisierter Infektion und FUO traten die niedrigsten Werte auf. Signifikante Unterschiede wurden allerdings erst ab dem 2. Tag der Fieberepisode dokumentiert. LBP zeigte eine mäßige Korrelation mit dem jeweiligen CRP des gleichen Tages (Tag 1: r=0.488, Tag 2 r=0.577, maximaler Wert r=0.626, p=0.0001 für alle). Die diagnostische Wertigkeit für die korrekte Erkennung gramnegativer Bakteriämien unter allen Fieberepisoden gemessen an der AUC der ROC-Kurve war für den Tag 1 der Fieberepisode 0.635 und für den Tag 2 0.762 und ist am Tag 1 damit schlechter als für das CRP (AUC 0.800) und am Tag 2 dem CRP (0.812) vergleichbar.
LBP ist auch bei immunsupprimierten onkologischen Patienten als Infektionsparameter geeignet. Seine diagnostische Wertigkeit ist am ersten Fiebertag mäßig und steigt aber dann im Verlauf deutlich an.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007