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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Therapeutischer Nutzen der Sentinel-Lymphknoten-Dissektion für Melanome im Kopf-Hals-Bereich
Eine retrospektive Studie
Autor Nicola Piroth
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Im Rahmen des Stagings bei malignen Melanomen hat die Sentinel-Lymphknoten-Exstirpation auf Grund der geringen Entnahmemorbidität und der exakten Lokalisierbarkeit des zuständigen Lymphknotens in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die prognostisch-therapeutische Relevanz dieser Maßnahme ist jedoch nach wie vor umstritten.
Ziel dieser Studie war es, die therapeutische Bedeutung der Sentinel-Lymphknoten-Dissektion bei Melanomen im Kopf-Hals-Bereich zu beleuchten.
In die retrospektive klinische Studie gingen 148 Patienten mit mindestens einem malignen Melanom im Kopf-Hals-Bereich ein. Hierbei handelte es sich um 23 Patienten, die eine SLND erhielten, und 125 Patienten ohne SLND (33 In-Situ-Melanome, 92 invasive Melanome).
Innerhalb der SLND-Gruppe zeigte sich für Melanome im Kopf-Hals-Bereich bezüglich der Mortalität eine schlechtere Prognose für Tumore mit positivem Lymphknotenbefall (25% Überlebensrate) im Gegensatz zu der besseren Prognose für Melanome, die einen negativen Sentinel-Befund aufwiesen (94,12% Überlebensrate).
Im Vergleich der Patientengruppen mit und ohne Sentinel-Diagnostik zeigten sich in der SLND-Gruppe in frühen Stadien seltener Rezidive; mit zunehmendem Tumorstadium glich sich die Rezidivierungsrate an. Die Rezidive traten in der SLND-Gruppe erheblich früher auf. Ein positiver Einfluss der SLND auf die Rezidivfreiheit war nicht festzustellen. In der SLND-Gruppe verstarben anteilig mehr Patienten nach einem im Mittel kürzeren Intervall an ihrer Erkrankung.
Dennoch zeichnet sich für ein umgrenztes Kollektiv der Patienten mit Kopf-Hals-Melanomen ein therapeutischer Wert der SLND ab: mit einer Überlebensrate von 100% zeigte sich bezüglich der Mortalität eine optimale Prognose für Patienten mit einem Melanom <2 mm vertikaler Tumordicke, wenn eine Sentinel-Lymphknoten-Dissektion durchgeführt wurde. In der Vergleichsgruppe lag die Überlebensrate bei 92,31%. Bei Melanomen ≥2 mm erscheint die Durchführung einer SLND bei einer reduzierten Überlebensrate von 55,56% im Vergleich zu herkömmlich therapierten Patienten (92,86% Überlebensrate) prognostisch ungünstig.
Den bisherigen Ergebnissen nach sollte die Sentinel-Lymphknoten-Dissektion auf Grund des therapeutischen Nutzens bei allen Kopf-Hals-Melanomen einer Tumordicke <2 mm zum therapeutischen Behandlungsstandard gehören. Die Indikation zur Sentinel-Lymphknoten-Dissektion bei Kopf-Hals-Melanomen einer Tumordicke von ≥2 mm muss bei deutlich fraglichem Nutzen für den Patienten jedoch kritisch gestellt werden.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007