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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Vergleich von zwei dosisreduzierten Proteasehemmerkombinationen mit Indinavir/Ritonavir (400/100 mg vs. 600/100 mg) BID bei therapienaiven HIV-1 infizierten Patienten
Autor Ernst Michael Rodermann
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die in der Therapie der HIV-Infektion seit 1995/96 eingesetzten Proteaseinhibitoren werden seit einigen Jahren in verschiedenen Dosismodifikationen eingesetzt, es wird versucht die für den Patienten optimale Dosierung mit einer guten antiretroviralen Effizienz und einem akzeptablen Nebenwirkungsprofil zu finden.
In der hier vorgelegten Dissertation wurde eine Dosisreduktion des Proteasehemmers Indinavir (IDV) bei HIV 1-infizierten therapienaiven Patienten untersucht. Es wurden mittels Randomisation die Dosierungen 600 mg IDV BID (bis in die) und 400 mg IDV BID jeweils in Kombination mit 100 mg Ritonavir als pharmakologischem Booster und 2 Nukleosidanaloga über einen Zeitraum von 48 Wochen verglichen.
Hierbei zeigte sich eine gute Wirksamkeit in Bezug auf die Suppression der viralen Replikation (87 % der Patienten unterhalb der Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml nach 48 Wochen in der On treatment-Analyse) und eine gute immunologische Wirksamkeit (Anstieg der Helferzellen um 173/µl nach 48 Wochen). Die Wirksamkeit war damit genauso gut wie in der zuvor eingesetzten Standarddosis von 800 mg IDV/100 mg RTV BID, die jedoch durch eine ausgeprägte IDV assoziierte Toxizität mit Abbruchraten aufgrund von Nierensteinen von über 30 % belastet war.Eine relevante Nephrotoxizität wurde in dieser Untersuchung ebensowenig beobachtet wie eine relevante Hauttoxizität, Anstiege von Bilirubin oder Blutfetten. Auch die subjektive Verträglichkeit der reduzierten IDV Dosen war besser im Vergleich zu 800/100 mg IDV/RTV BID. Die bessere Verträglichkeit korreliert mit verringerten IDV-Spitzenspiegeln. Trotz der Dosisreduktion konnten bei allen Patienten suffiziente Talspiegel nachgewiesen werden, die mit der Wirksamkeit der Substanz assoziiert sind.Die Abbruchrate in der COREDIR 2 Studie war sehr hoch (6 von 14 Patienten). Es war jedoch nur ein Therapieabbruch möglicherweise mit IDV assoziiert, während alle anderen Abbrüche durch andere Gründe wie Inhaftierung, lost to follow up oder ähnliches bedingt waren. Ein formaler Vergleich der beiden Dosisformen war daher nicht möglich, so dass die optimale Strategie für den Einsatz von dosisreduziertem IDV weiterhin unklar bleibt.
Zusammenfassend stellt die Dosisreduktion von IDV einen wichtigen und sicher durchzuführenden Schritt zur Verbesserung der antiretroviralen Therapie dar. Trotz der mittlerweile bestehenden moderneren Möglichkeiten der antiretroviralen Therapie ist die Behandlung mit dosisreduziertem geboostertem Indinavir aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Kosten eine sinnvolle Option in Ländern mit nur geringen finanziellen Ressourcen.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007