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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Western-Blot-Untersuchungen der µ-Opiatrezeptorkonzentration im Gehirn Drogentoter
ein Humanmodell chronischer Opiatexposition
Autor Michael Fitzenreiter
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Missbräuchlich verwendete Opiate wie Heroin besitzen auf Grund ihres hohen Suchtpotentials mit entsprechender Toleranzentwicklung einen hohen Stellenwert in sozialer und medizinischer Hinsicht.
Ihre Wirkung wird über verschiedene Opiatrezeptoren vermittelt (μ-OR, δ-OR, κ-OR). Die Hauptwirkung und insbesondere die zum Suchtpotential beitragende euphorisierende, antinozizeptive und sedierende Wirkung wird über den μ-Opiatrezeptor vermittelt.
Bisherige Untersuchungen zur Adaption der μ-Opiatrezeptordichte unter chronischer Opiatexposition erfolgten hauptsächlich tierexperimentell, an Zellkulturen oder an einzelnen menschlichen Gehirnregionen und zeigten sowohl eine Vermehrung als auch eine Verminderung oder keine signifikante Regulation der μ-Opiatrezeptordichte als Folge chronischer Opiatexposition.
In dieser Untersuchung dienten an einer Opiatüberdosierung verstorbene Drogentote mit bekanntem langjährigem intravenösem Opiatmissbrauch als Modell für chronische Opiatexposition am Menschen im Vergleich zu einem altersentsprechenden Kontrollkollektiv, bei dem ein Drogenmissbrauch ausgeschlossen werden konnte. Es wurde die μ-Opiatrezeptor-Protein Konzentration in neun Gehirnregionen untersucht (Thalamus, Nucleus caudatus, Hypothalamus, ventrales Tegmentum, Frontalcortex, Nucleus accumbens, Putamen, Corpus amygdaloideum und Hippocampus), welche im Bezug zum mesolimbischen dopaminergen Belohnungssystems stehen. Die Proben wurden nach Lyse mittels Western-Blot aufgetrennt und nach Markierung mittels monoklonalem μ-Opiatrezeptor-Antikörper sowie Anwendung einer Chemilumineszenz-Färbung rechnergestützt semiquantitativ ausgewertet.
Es zeigte sich eine verhältnismäßig hohe Proteinexpression von μ-Opiatrezeptoren im Hippocampus und im ventralen Tegmentum bei relativ geringer Expression im Frontalcortex und Thalamus. Es wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede in der Konzentration von μ-Opiatrezeptorprotein zwischen dem Kollektiv der Drogentoten und dem Kontrollkollektiv nachgewiesen, wobei tendenzielle aber nicht signifikante Abweichungen zwischen den Kollektiven auf regional unterschiedliche regulative Veränderungen hindeuten könnten.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007