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Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Einfluß genetischer Polymorphismen des Homocysteinstoffwechsels auf cerebrovasculäre Erkrankungen
Autor Miriam Montenarh
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Die Hyperhomocysteinämie ist ein epidemiologisch bedeutsamer Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, Thrombosen und viele psychiatrische und neurologische Erkrankungen. Homocysteinämien sind die Folge von Medikamenteneinnahmen (Antiepileptika, Methotrexat), Vitamin- B6 und Vitamin- B12- Mangelzuständen, eingeschränkter Nierenfunktion, aber auch Folge von angeborenen genetischen Störungen, wie Mutationen in den Genen für die Enzyme MTHFR, Methioninsynthase und Cystathionin- ß- Synthase, die für Transsulfurierung und Remethylierung des Homocysteins unabdingbar sind.
Zum ersten Mal wurden in meiner Arbeit Polymorphismen alle vier Schlüsselenzyme des Homocysteinstoffwechsels auf ihre Relevanz in Bezug auf Ätiologie und Genese des ischämischen Hirninfarktes untersucht.
Von den 159 untersuchten Hirninfarktpatienten waren 57 Frauen und 102 Männer, das durchschnittliche Alter, in dem die Patienten einen Hirninfarkt erlitten hatten, lag bei 55+/-16 Jahren. Die meisten Patienten, nämlich 55, gehören in die Gruppe TOAST 1. Bei diesem Kollektiv wurde eine Makroangiopathie diagnostiziert, die zur cerebralen Ischämie geführt haben könnte. 39 Patienten wurden aufgrund von kardialen Embolien der Untergruppe TOAST 2 zugeordnet. 24 Patienten mit Mikroangiopathien wurden in die TOAST- Untergruppe 3 eingeteilt, gefolgt von 15 Patienten mit unterschiedlichen Hirninfarktursachen in Gruppe 4. Bei 26 Patienten konnte eine Ursache nicht eindeutig gefunden werden, sie wurden Gruppe TOAST 5 zugeordnet.
In der Gruppe TOAST 3 war das Erkrankungsalter am höchsten. Dies besagt, dass Patienten, die aufgrund einer Mikroangiopathie einen Hirninfarkt erleiden, diesen erst in späteren Jahren (64 +/- 10 Jahre) bekommen. Der Unterschied zu den anderen TOAST- Gruppen ist signifikant (p = 0.05, t- Test). Weiterhin habe ich untersucht, ob das Alter, in dem die Patienten einen Hirninfarkt erlitten hatten, durch die verschiedenen Genotypen beeinflusst wird. Ausgehend vom Median des Alters beim ersten ischämischen Insult wurden zwei Gruppen gebildet: jünger als 60 Jahre und 60 Jahre und älter. Bei dieser Betrachtungsweise fand ich, dass junge Patienten (43+/- 12 Jahre; 26 weiblich, 57 männlich) früher einen Hirninfarkt bekommen, wenn bei Ihnen der Genotyp MTHFR c.677 TT vorhanden ist. MTHFR c.677 TT Träger (n= 13/83) entwickelten in der Regel einen Hirninfarkt mit 38 +/- 3 Jahren, während Patienten mit den Genotypen MTHFR c.677 CT oder CC (n= 70/83) erst im Alter von 45 +/- 1 Jahr den ersten Hirninfarkt erlitten. Diese Ergebnisse waren unabhängig von der Untergruppe und statistisch signifikant (p= 0.043, Chi- quadrat- test).
Der mögliche Einfluss der Polymorphismen auf das Auftreten eines Hirninfarktes wurde mit Hilfe der logistischen Regression untersucht. Dabei zeigte sich, dass keiner der betrachteten Polymorphismen einen signifikanten Einfluss hat. Bei dem Polymorphismus MTHFR 677 kann man auf Grund der Kaplan- Meier- Kurve zwar vermutet, dass der Genotyp TT einen Einfluss hat. Aber auch dieser Unterschied gegenüber den Genotypen CC und CT war statistisch nicht signifikant.
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© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007