Hinweis zum Urheberrecht| Allgemeine Informationen | FAQ
Beim Zitieren dieses Dokumentes beziehen Sie sich bitte immer auf folgende URN: urn:nbn:de:hbz:5M-09835

Medizinische Fakultät - Jahrgang 2007

 

Titel Erhöhte Pulsatilität des Ductus venosus bei Feten mit Rechtsherzvitien
Autor Cathrin Barbara Kremer, geb. Zoll
Publikationsform Dissertation
Zusammenfassung Zielsetzung: In einer vorangegangenen Arbeit konnte gezeigt werden, dass die Doppler-Indizes des Ductus venosus bei Feten mit isolierten Herzfehlern lediglich in einer kleinen Gruppe mit Rechtsherzvitien signifikant erhöht waren. Diese Beobachtung sollte nun an einem großen Kollektiv überprüft werden.
Methoden: Retrospektive Auswertung aller Fälle mit isolierten Rechtsherzvitien (n=83) an zwei Zentren für Pränatale Medizin (Bonn und Lübeck).
Das Studienkollektiv wurde in zwei Gruppen aufgeteilt:
Gruppe A: Rechtsherzvitien mit druckausgleichenden Ventrikelseptumdefekt: Double Outlet Right Ventricle (n=12), Fallot'sche Tetralogie (n=19), Pulmonalatresie mit Ventrikelseptumdefekt (n=5).
Gruppe B: Rechtsherzvitien ohne druckausgleichenden Ventrikelseptumdefekt: Ebstein-Anomalie (n=13), Trikuspidalatresie (n=14), Pulmonalstenose (n=13) und -atresie (n=7) mit intaktem interventrikulärem Septum.
Als Kontrollkollektiv dienten 585 Feten mit normaler Anatomie und unauffälligem Outcome. Die Dopplerindizes (DV-PVIV) wurden auf der Basis bereits publizierter Normwerte in Delta-Values umgerechnet, um Unabhängigkeit vom Gestationsalter zu gewährleisten. Ein Delta-Value von 0 entspricht dem Median der Normwerte und ein Delta-Wert von±1 and±2 der einfachen bzw. zweifachen Standardabweichung.
Ergebnisse: Die Delta-Value der Feten in Gruppe B (2,75±3,83) waren signifikant höher als die der Feten in Gruppe A (0,32±1,30) und im Kontrollkollektiv (-0,64±0,90) (P <0,001). Auch die Rate der pathologischen Pulsatilitäts-Indizes (DV-PVIV >2 SD der Normwerte) war in Gruppe B signifikant höher (49%) als in Gruppe A (11%) und im Kontrollkollektiv (0%) (P <0,001). In Gruppe B hatten 17 Feten einen reversen Fluss während der Vorhofkontraktion, jedoch nur ein Fet in Gruppe A (P <0,001). Feten mit druckausgleichendem Ventrikelseptumdefekt (Gruppe A) unterschieden sich nicht signifikant vom Kontrollkollektiv. Es bestand keine signifikante Korrelation zwischen erhöhten Pulsatilitäts-Indizes und kardialen Insuffizienzzeichen oder ungünstigem Outcome.
Schlussfolgerungen: Feten mit Ebstein-Anomalie, Trikuspidalatresie und Obstruktionen des rechten Ausflusstraktes ohne druckausgleichenden Ventrikelseptumdefekt können erhöhte Dopplerindizes des Ductus venosus aufweisen, die nicht obligate Zeichen einer Hypoxämie oder kardialen Insuffizienz sind, sondern durch die besondere intrauterine Hämodynamik des Herzfehlers mit konsekutiver rechtsatrialer und venöser Druckerhöhung bedingt sind. Die relative Enge des Foramen ovale zusammen mit einer Abflussbehinderung aus dem rechten Ventrikel oder einer linksventrikulären Funktionsbehinderung (Ebstein-Anomalie) sind die Ursachen dieser Veränderungen. Bei einer Ebstein-Anomalie sollten abnormale Flussprofile des Ductus venosus den Untersucher dennoch warnen, da diese eine zusätzliche Dysfunktion des linken Ventrikels anzeigen können, die wiederum in einer dekompensierten Herzinsuffizienz und später auch in einem Hydrops resultieren kann.
Komplette Version pdf-Dokument (1 MB) Hier können Sie den Adobe Acrobat Reader downloaden

© Universitäts- und Landesbibliothek Bonn | Veröffentlicht: 2007